Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt und fordert mehr Schutz im Job

Norbert Thies
Norbert Thies
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäume, Gebäude und einen klaren Himmel im Hintergrund.Norbert Thies

Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt und fordert mehr Schutz im Job

Mandy Brune, eine Zugbegleiterin aus Saerbeck, fordert besseren Arbeitsschutz – nach wiederholten Übergriffen im Job. Sie unterstützt die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" und macht auf die täglichen Risiken aufmerksam, denen Schaffnerinnen und Schaffner ausgesetzt sind. Zu ihren Erfahrungen gehören verbale Drohungen, körperliche Einschüchterung und das erschreckende Desinteresse von Umstehenden, die oft nicht eingreifen.

Brune arbeitet seit Jahren als Zugbegleiterin und liebt ihren Beruf. Doch die Angriffe haben Teile ihrer Arbeit zu einer beängstigenden Erfahrung gemacht. Sie schildert Situationen, in denen Fahrgäste Vorfälle einfach geschehen ließen, ohne einzugreifen – was sie mit einem Gefühl der Hilflosigkeit und Verletzlichkeit zurückließ.

Die Dimension des Problems ist alarmierend. Zwar liegen die genauen Zahlen für 2023 noch nicht vor, doch die Daten aus 2025 zeigen einen drastischen Anstieg der Gewalt. Allein in den ersten zehn Monaten jenes Jahres wurden 2.987 Mitarbeiter der Deutschen Bahn Opfer von Straftaten – im Schnitt fünf körperliche Angriffe pro Tag.

Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, fordert dringende Veränderungen. Zu seinen Kernforderungen gehören Doppelte Besetzungen in Zügen, verpflichtende Körperkameras für Beschäftigte und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Übergriffe auf Bahnmitarbeiter. Brune befürwortet diese Maßnahmen, betont aber auch, dass öffentliche Aufklärung entscheidend sei.

Seit dem Start der Kampagne beobachte sie einen Wandel, so Brune: Einige Fahrgäste greifen mittlerweile ein, wenn sie bedroht wird – ein Zeichen dafür, dass Aufklärung wirkt. Die Initiative will Reisende über die realen Herausforderungen von Beschäftigten im öffentlichen und privaten Verkehrssektor informieren.

Brunes Geschichte steht exemplarisch für die anhaltenden Gefahren, denen Zugbegleiter in ganz Deutschland ausgesetzt sind. Während die Kampagne weiter für sichere Arbeitsbedingungen kämpft, unterstreichen die Zahlen den Handlungsbedarf. Dass immer mehr Fahrgäste Stellung beziehen, gibt Hoffnung: Der Schutz von Bahnmitarbeitern gewinnt langsam an Fahrt.

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