Deutsche Autohersteller fliehen ins Ausland – Experte warnt vor strukturellen Fehlern

Ingetraut Austermühle
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Ein Mercedes-Benz-Werk in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen, Gebäuden und Pfählen, von denen einer ein Logo trägt, unter einem bewölkten Himmel.Ingetraut Austermühle

Deutsche Autohersteller fliehen ins Ausland – Experte warnt vor strukturellen Fehlern

Ferdinand Dudenhöffer, einer der führenden Automobil-Experten, warnt vor ernsten Problemen für die deutschen Autohersteller im Inland. Zwar sieht er die Branche nicht in einem unaufhaltsamen Niedergang, doch ihre Zukunft liegt zunehmend außerhalb Deutschlands – bedingt durch steigende Kosten und schwache Wettbewerbsfähigkeit.

Seine Äußerungen erfolgen nach fünf Jahren rückläufiger Produktion und Exporte, in denen US-Zölle, chinesische Konkurrenz und hohe Energiepreise die Branche hart getroffen haben.

Zwischen 2021 und 2026 sank die Produktion deutscher Automobilhersteller bis 2025 um 5 %, bevor 2026 ein leichter Anstieg um 1 % verzeichnet wurde. Die Exporte in die USA brachen unter den 25-prozentigen Zöllen stark ein, während chinesische Wettbewerber sowohl bei Fahrzeugen als auch bei Maschinen Marktanteile gewannen. Dudenhöffer bezeichnete das Jahr 2022 als besonders schlecht und nannte es ein "extrem schlechten Ausreißer" in einer ohnehin schwierigen Phase.

Der Experte machte vor allem die deutsche Wirtschaftspolitik für die Probleme verantwortlich. Er kritisierte "überzogene Sozialstaatkosten", "schlechte Kostenstrukturen" und "exorbitante Lohnnebenkosten". Die Energiepreise seien "empörend hoch", was die inländische Produktion im Vergleich zu ausländischen Standorten weit weniger attraktiv macht.

Trotz dieser Herausforderungen haben deutsche Unternehmen ihre Aktivitäten im Ausland ausgebaut. Zwar bleibt die Kernproduktion in Deutschland, doch Partnerschaften und Übernahmen in den USA, Saudi-Arabien und China – wie etwa die Kooperation zwischen Estun und Carl Cloos – zeigen einen strategischen Wandel. Dudenhöffer warf Politikern vor, statt echter Unterstützung für die Industrie nur "leere Rhetorik" zu bieten. Seine schärfste Kritik lautete: "Das größte Problem für unsere heimischen Konzerne ist Deutschland selbst" – ein Land, das er mittlerweile als "zu teuer und nicht wettbewerbsfähig" für langfristigen Erfolg ansieht.

Dennoch bleibt er vorsichtig optimistisch. "Sie werden es schaffen", sagte er über die Autohersteller, "aber sie müssen es im Ausland tun."

Dudenhöffers Analyse unterstreicht einen klaren Trend: Deutsche Automobilhersteller passen sich an, indem sie ihre Produktion ins Ausland verlagern. Angesichts schwacher Produktionsprognosen und steigender Kosten verlagert sich der Schwerpunkt der Branche in wettbewerbsfähigere Märkte.

Seine Kritik an der Innenpolitik deutet auf tiefgreifende strukturelle Probleme hin – und lässt die Zukunft der einst dominierenden deutschen Automobilindustrie in der Schwebe.

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