Telemedizin-Stopp in Winterberg: Apothekerkammer blockiert Arztkabine kurz vor Eröffnung
Klaus-Günter SölzerTelemedizin-Stopp in Winterberg: Apothekerkammer blockiert Arztkabine kurz vor Eröffnung
Rückschlag für Telemedizin-Pläne der Franziskus-Apotheke in Winterberg
Die Franziskus-Apotheke in Winterberg hat einen Dämpfer für ihre Pläne erhalten, einen Telemedizin-Service einzuführen. Nur einen Tag vor der Neueröffnung der Apotheke blockierte die zuständige Apothekerkammer die Installation einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise. Die Entscheidung hat eine Debatte über die Rechtmäßigkeit und Praktikabilität solcher Einrichtungen in Apotheken ausgelöst.
Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die Kabine für 60.000 Euro erworben und wollte sie am 18. Dezember aufstellen. Zudem plant er, die Leitung der Apotheke zu Beginn des kommenden Jahres an seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath zu übergeben. Beide sind überzeugt, dass Telemedizin ländlichen Regionen wie Winterberg großen Nutzen bringen könnte.
Die regionale Apothekerkammer argumentiert, dass die Platzierung einer Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen die Vorschriften des § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) verstößt. Man befürchtet, dies könnte zu unangemessenen Patientenzuweisungen führen. Die Behörden schlugen vor, die Kabine außerhalb der Apotheke aufzustellen – eine Alternative, die Schäfer als unpraktikabel zurückwies.
Vertreter von Medivise betonen hingegen, dass es keine rechtlichen Hindernisse für die Installation gebe. Allerdings wird der Rahmen für telemedizinische Beratungen in Apotheken noch zwischen den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) verhandelt.
Durch das Verbot verzögern sich die Telemedizin-Pläne der Apotheke. Die Kabine bleibt vorerst ungenutzt, und die rechtlichen sowie logistischen Hürden sind noch nicht aus dem Weg geräumt. Die endgültigen Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Apothekern könnten über die Zukunft solcher Dienstleistungen in Apotheken entscheiden.






