Revolutionäre Verpackungen: Recycling-Kartons und Bio-Kunststoffe drängen auf den Markt
Klaus-Günter SölzerRevolutionäre Verpackungen: Recycling-Kartons und Bio-Kunststoffe drängen auf den Markt
Zwei bahnbrechende Fortschritte bei nachhaltigen Verpackungen wurden diese Woche bekannt gegeben. Eine neue Serie von Kartons aus recycelten und biokreislauffähigen Materialien kommt auf den Markt, während eine Kunststofflösung auf erneuerbarer Basis für Haushaltsprodukte kurz vor der Einführung steht. Beide Innovationen zielen darauf ab, CO₂-Emissionen zu reduzieren, ohne dabei die Leistungseinbußen in Kauf nehmen zu müssen.
Elopak, Orkla Home and Personal Care und Dow haben Kartons vorgestellt, die zu 30 % aus mechanisch recyceltem Polyethylen und zu 70 % aus biokreislauffähigen Polymeren bestehen. Die biobasierten Materialien stammen aus Abfallströmen, darunter Rückstände aus der Pflanzenölverarbeitung. Diese Mischung soll die Abhängigkeit von erdölbasierten Kunststoffen verringern, ohne die Haltbarkeit zu beeinträchtigen.
Unterdessen hat INEOS Olefins & Polymers am Standort Lavera in Frankreich seine erste Lieferung von Pyrolyseöl erhalten – einem Rohstoff, der aus recyceltem Kunststoffabfall gewonnen wird. Das Öl wird zur Herstellung von kohlenstoffarmen Polymeren für Verpackungen und Konsumgüter eingesetzt.
In einem weiteren Projekt haben Henkel und LyondellBasell einen Kunststoffkäfig auf erneuerbarer Basis für Henkels WC Frisch/Bref-Toilettenrandsteine entwickelt. Die Lösung nutzt das CirculenRenew-Portfolio von LyondellBasell, das nach dem Mass-Balance-Ansatz recycelte und biokreislauffähige Materialien kombiniert. Laut LyondellBasell reduzieren diese Polypropylen-Typen den CO₂-Fußabdruck des Produkts um bis zu 44 % im Vergleich zu erdölbasierten Alternativen. Die Unternehmen werden die Innovation auf der K 2025 in Düsseldorf vom 8. bis 15. Oktober präsentieren.
CirculenRenew ist ein sogenannter „Drop-in-Ersatz“ – das bedeutet, es bietet dieselbe Leistung wie herkömmliche Kunststoffe, verursacht jedoch bei der Herstellung deutlich geringere CO₂-Emissionen.
Die neuen Kartons und Kunststofflösungen markieren einen wichtigen Schritt zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in der Verpackungsindustrie. Beide Projekte zeigen, wie recycelte Abfälle und biobasierte Rohstoffe herkömmliche Materialien ersetzen können, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Die Produkte werden in den kommenden Monaten für den kommerziellen Einsatz verfügbar sein.






