10 May 2026, 22:27

Millardenprojekt THTR-300: Warum der Rückbau des Hamm-Reaktors bis 2044 dauert

Liniengraph, der die nuclear-generierte elektrische Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Millardenprojekt THTR-300: Warum der Rückbau des Hamm-Reaktors bis 2044 dauert

Die Stilllegung des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR-300) in Hamm, Nordrhein-Westfalen, hat bisher rund 441 Millionen Euro gekostet. Die mit Steuergeldern finanzierte Anlage litt unter wiederholten technischen Problemen, bevor sie 1989 abgeschaltet wurde. Nun soll ihr Rückbau bis 2044 dauern – begleitet von anhaltenden rechtlichen und finanziellen Herausforderungen.

Der THTR-300 nahm mit einer elektrischen Leistung von 300 Megawatt den Betrieb auf, doch es häufen sich die Pannen: In nur 423 Volllasttagen wurden 125 meldepflichtige Störfälle verzeichnet. Diese Zwischensfälle führten schließlich zur endgültigen Abschaltung am 1. September 1989.

Der Bau wurde größtenteils aus öffentlichen Mitteln finanziert: Der Bund steuerte 1.284 Millionen Euro bei, das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) weitere 233 Millionen. Seit der Stilllegung belaufen sich die Rückbaukosten auf 441 Millionen Euro, die sich Bund (133 Millionen), NRW (152 Millionen) und der Betreiber (156 Millionen) teilen.

Auslöser für die Stilllegung waren gebrochene Haltebolzen in der Heißgasleitung. Aktuell ist vorgesehen, die Anlage bis 2027 in sicherem Einschluss zu halten. Ab 2028 beginnen die Vorbereitungen für den Rückbau, der bis 2044 andauern soll. Derweil lagern in Ahaus 305 Castor-Behälter mit rund 675.000 bestrahlten Kugeln in einem Zwischenlager und warten auf eine endgültige Entsorgung.

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Rechtliche Auseinandersetzungen erschweren den Prozess zusätzlich. Im September 2025 ordnete das Amtsgericht Dortmund die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG) an. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass weder NRW noch der Bund über ihre bisherigen Zahlungen hinaus weitere Rückbaukosten tragen müssen.

Die Stilllegung des THTR-300 bleibt ein langwieriges und kostspieliges Unterfangen, bei dem die Ausgaben bereits 440 Millionen Euro überstiegen haben. Gerichtliche Urteile begrenzen weitere öffentliche Finanzierungen, sodass das Projekt nun unter Insolvenzverwaltung fortgeführt wird. Die letzte Rückbauphase soll erst 2044 abgeschlossen sein, während der atomare Abfall weiterhin auf eine endgültige Lagerstätte wartet.

Quelle