10 June 2026, 02:23

Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz als Widerstand

Solingen: "Wiederherstellung des Tanzes im kirchlichen Kontext"

Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz als Widerstand

Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschland ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die feierliche Verleihung fand am 28. September 2021 in Solingen statt und würdigte ihr Schaffen im Tanz sowie ihr gesellschaftspolitisches Engagement. Rodrigues setzt sich seit Langem für eine Kultur ein, die allen Menschen offensteht – nicht nur einer privilegierten Minderheit.

Der Preis, der seit 1990 alle zwei bis vier Jahre vergeben wird, ehrt herausragende Leistungen in verschiedenen künstlerischen Disziplinen. Die Jury lobte Rodrigues’ Tanztheater, das aus der Solidarität mit denen erwächst, die von Rassismus und Diskriminierung an den Rand gedrängt werden. Besonders hervorgehoben wurde ihr Mut, Bewegung als Form des Widerstands einzusetzen.

Während der Veranstaltung trug Ruth Amarante auf Rodrigues’ Wunsch eine „getanzte Laudatio“ vor. Bischof Dr. Georg Bätzing sprach über die oft unterschätzte Kraft des Tanzes innerhalb der Kirche, während Thomas Sternberg ihre Bescheidenheit und ihren Appell würdigte, die katholische Kirche möge zu einer „zuhörenden Kirche“ werden.

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Peter Limbourg betonte Rodrigues’ gesellschaftliches Engagement, darunter ihre Entscheidung, ihre Tanzkompanie in eine Favela in Rio de Janeiro zu verlegen. In ihrer Dankesrede zeigte sie sich gerührt über die Anerkennung und äußerte die Hoffnung, die Zukunft der Kunst weiter mitgestalten zu können.

Der Preis würdigt Rodrigues’ lebenslanges Bemühen, Kultur inklusiv zu gestalten und Tanz als Werkzeug für Veränderung einzusetzen. Ihr Werk durchbricht nach wie vor Grenzen – in der Kunst wie in der Gesellschaft. Das Preisgeld soll ihre laufenden Projekte in Brasilien und darüber hinaus unterstützen.

Quelle