27 April 2026, 08:30

Deutsche Wirtschaft scheitert an digitaler Souveränität – trotz großer Pläne

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Mobiltelefon, Tablet), die über sichere Schlösser verbunden sind und den Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

Deutsche Wirtschaft scheitert an digitaler Souveränität – trotz großer Pläne

Neue Studie misst, wie gut deutsche Unternehmen ihre digitale Zukunft steuern

Der "Digital Sovereignty Index" (DSI), entwickelt von Adesso und dem Handelsblatt Research Institute, zeigt: Die deutsche Wirtschaft erreicht im Durchschnitt einen Reifegrad von 65,8 Prozent bei der digitalen Souveränität. Zwar betrachten die meisten Unternehmen digitale Unabhängigkeit als wichtig, doch viele sind bei kritischen Technologien weiterhin von ausländischen Anbietern abhängig.

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Laut dem Bericht bedeutet digitale Souveränität nicht Abschottung von globalen Märkten, sondern Selbstbestimmung, starke Partnerschaften und Resilienz. Die befragten Unternehmen streben im Schnitt einen Souveränitätswert von 77,8 Prozent an – doch nur wenige wollen vollständig autark sein. Stattdessen geht es ihnen um mehr Kontrolle in Schlüsselfeldern wie Cloud-Diensten, Software und KI.

Aktuell setzen über 60 Prozent der Unternehmen bei diesen Technologien auf nicht-europäische Anbieter. Dennoch wären 80 Prozent bereit, für souveräne Alternativen mehr zu zahlen – im Schnitt etwa 17 Prozent Aufschlag. Doch nur 21 Prozent verfügen über eine klare Strategie, und lediglich 25 Prozent haben die Verantwortung für digitale Souveränität auf Vorstandsebene verankert.

Kleinere Unternehmen (mit weniger als 2.500 Mitarbeitenden) schneiden mit 68,9 Prozent besser ab als Großkonzerne (64,2 Prozent). Die Studie zeigt zudem: Bei 46 Prozent der Firmen entscheiden die IT-Abteilungen über digitale Souveränität – meist mit Fokus auf Cloud- und Sicherheitsfragen.

Die Ergebnisse offenbaren eine Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung. Zwar halten 92 Prozent der Befragten digitale Souveränität für wichtig, doch den meisten fehlen konkrete Pläne oder eine verantwortliche Führungsebene. Angesichts der Investitionsbereitschaft in souveräne Lösungen deutet der Bericht darauf hin, dass eine Neuausrichtung der Prioritäten Deutschlands digitale Unabhängigkeit stärken könnte.

Quelle