Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Ingetraut AustermühleZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und Billigimporte
Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Die Preise sind gesunken, Krankheiten breiten sich aus, und die Konkurrenz durch billige Importe nimmt zu. Immer mehr Landwirte drosseln daher die Produktion, da die Gewinne schrumpfen.
Die mit Zuckerrüben bestellte Anbaufläche ist von etwa 43.000 Hektar im Jahr 2023 auf rund 38.000 Hektar im Jahr 2026 zurückgegangen. Bauern wie Marius Feldmann, der das Gut Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter leitet, mussten ihre Rübenfelder deutlich verkleinern.
Für Feldmann war der Rückgang drastisch: Die Anbaufläche für Zuckerrüben auf seinem Hof sank von 160 Hektar im Jahr 2023 auf nur noch 118 Hektar in diesem Jahr. Zu den größten Bedrohungen zählen Krankheiten wie die Vergelbungskrankheit (SBR, Stolbur) und der Cercospora-Blattfleckenpilz sowie resistente Unkräuter, die sich nur schwer bekämpfen lassen.
Auch die Marktbedingungen haben sich verschlechtert: Geringere EU-Quoten und zollfreie Zuckerimporte drücken die Preise zusätzlich. Ohne bessere Lösungen warnen Experten, dass die heimische Produktion weiter schrumpfen könnte – mit Risiken für die regionale Zuckerversorgung.
Um gegenzusteuern, setzen die Landwirte auf neue Hilfsmittel. Feldmann hat Rinpode erprobt, ein Herbizid mit einer extrem geringen Aufwandmenge von nur 2 Gramm pro Hektar. Erste Ergebnisse zeigen, dass es den Ertrag um 3 bis 7 Prozent steigern und gleichzeitig Unkrautprobleme verringern kann. Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel haben kurzfristig geholfen, doch die Bauern wünschen sich langfristige, verlässliche Lösungen.
Neben Herbiziden werden auch neue Fungizide und Biostimulanzien getestet. Diese Innovationen sollen Ertrag und Qualität in einem immer schwierigeren Marktumfeld sichern.
Der Rückgang im Rübenanbau verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen deutsche Landwirte stehen. Mit weniger Flächen und sich ausbreitenden Krankheiten sucht die Branche nach Wegen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Neue Pflanzenschutzmethoden wie Rinpode geben zwar Hoffnung, doch für langfristige Stabilität sind bessere Preise und nachhaltige Lösungen entscheidend.