17 March 2026, 12:30

Obdachlosigkeit in Deutschland erreicht 2024 traurigen Rekord mit über einer Million Betroffenen

Plakat mit einer Person in einem weißen Hemd und blauen Jeans, die in einem verschneiten Feld unter einem hellblauen Himmel steht, mit dem Text "Hilfe bei der Ernte - Eis wird benötigt, um Lebensmittel für die hungernden Menschen der Welt zu retten" darum herum in fetter schwarzer Schrift.

Obdachlosigkeit in Deutschland erreicht 2024 traurigen Rekord mit über einer Million Betroffenen

Obdachlosigkeit in Deutschland hat 2024 ein beispielloses Ausmaß erreicht – über eine Million Menschen sind betroffen. Zwar blieb die Zahl derer, die direkt auf der Straße leben, mit 56.000 stabil, doch die Krise umfasst weitaus mehr Menschen ohne sicheren Wohnraum. Behörden und Hilfsorganisationen haben ihre Unterstützung in den harten Wintermonaten ausgeweitet.

Laut aktuellen Zahlen besitzen 80 Prozent der Obdachlosen in Deutschland keine deutsche Staatsbürgerschaft. Dazu zählen 55.000 EU-Bürger:innen sowie 765.000 Menschen aus Drittstaaten oder Staatenlose. Regionale Unterschiede sind deutlich: Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 122.000 Menschen ohne Wohnung registriert, besonders in Städten wie Dortmund und Köln.

Häufige Ursachen für Obdachlosigkeit sind Miet- oder Nebenkenschulden, Konflikte mit Vermietern, familiäre Zerwürfnisse oder Umzüge ohne gesicherten Wohnraum. Um die Krise zu bewältigen, haben Städte Kälte-Hotlines, Notunterkünfte und Sozialmobile eingerichtet. Diese Fahrzeuge verteilen lebenswichtige Güter wie Decken, Isomatten, warme Getränke und Mahlzeiten an Menschen, die im Freien schlafen.

In Großstädten sind zudem Kältebusse im Einsatz, die zusätzliche Hilfe leisten. Eine Online-Karte mit Kontaktdaten der Angebote ist abrufbar. Die Behörden raten der Bevölkerung, Obdachlose vorsichtig anzusprechen und nur dann Hilfe anzubieten, wenn die Person offen wirkt – außer in Notfällen.

Sieben Bundesländer, darunter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, setzen die Wohnsitzauflage durch, die Obdachlose verpflichtet, sich in zugewiesenen Gebieten aufzuhalten. Brandenburg hingegen ermöglicht längere Aufenthalte in landeseigenen Einrichtungen. Die Verteilung der Hilfsmittel folgt dem Königsteiner Schlüssel, einer bevölkerungsbasierten Finanzierungsformel.

Hilfsorganisationen bitten weiterhin um Spenden von warmer Kleidung, Schlafsäcken und ÖPNV-Tickets. Finanzielle Zuwendungen helfen, die Straßenhilfe aufrechtzuerhalten. Angesichts der Rekordzahlen bei Obdachlosigkeit sind diese Maßnahmen in eisigen Temperaturen überlebenswichtig.

Quelle