Zehn Bundesländer kämpfen gegen die Welle der "Schockanruf"-Betrüger
Klaus-Günter SölzerAktionswoche gegen Schockanrufe - So arbeiten die Täter - Zehn Bundesländer kämpfen gegen die Welle der "Schockanruf"-Betrüger
Welle von "Schockanruf"-Betrug: Zehn Bundesländer starten Aufklärungskampagnen
Eine zunehmende Flut von Betrugsmaschen mit sogenannten Schockanrufen hat zehn deutsche Bundesländer dazu veranlasst, öffentliche Aufklärungskampagnen zu starten. Bei dieser Masche geben sich Kriminelle als Polizisten, Staatsanwälte oder in Not geratene Angehörige aus, um von ihren Opfern Geld zu erpressen. Besonders gefährdet sind laut Behörden ältere und sozial isolierte Menschen.
Typischerweise beginnt der Betrug mit einem Anruf, bei dem sich der Anrufer als Familienmitglied in dringender Geldnot oder als Beamter ausgibt, der sofortige Zahlungen fordert. Durch gezielte Einschüchterung und das Ausnutzen von Ängsten setzen die Betrüger ihre Opfer unter Druck, damit diese noch im Affekt Geld überweisen. Viele Fälle werden nicht angezeigt, sodass das volle Ausmaß des Problems im Dunkeln bleibt.
Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2023 insgesamt 3.068 solche Vorfälle registriert, bei denen ein Schaden von 1,2 Millionen Euro entstand – die meisten davon gingen auf das Konto im Ausland agierender Täter. Im Jahr darauf verzeichnete das Land 514 Fälle mit in Deutschland ansässigen Betrügern, die einen finanziellen Schaden von 9,4 Millionen Euro verursachten. Organisierte Banden zielen gezielt auf vertrauensselige Menschen ab, oftmals Senioren, die allein leben.
Seit April 2026 haben zehn Bundesländer – darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – Präventionsmaßnahmen eingeführt. Bayern setzt auf TV- und Radiospots, die Millionen erreichen, während Nordrhein-Westfalens virale TikTok- und Instagram-Clips bereits über fünf Millionen Aufrufe verzeichnen. Hessens Flyer-Aktion in Supermärkten soll die Anzahl der gemeldeten Fälle um 20 Prozent reduziert haben.
Die Behörden raten dringend, bei verdächtigen Anrufen sofort aufzulegen, keine persönlichen Daten preiszugeben und die Polizei zu kontaktieren. Eine schnelle Meldung kann weitere Verluste verhindern und die Ermittlungen unterstützen. Ziel der abgestimmten Kampagnen ist es, durch Aufklärung über die Betrugsmethoden die Zahl der Opfer zu verringern. Die Polizei betont weiterhin, wie wichtig es ist, bei unerwarteten Anrufen Vorsicht walten zu lassen und die Identität des Anrufers zu überprüfen. Opfer werden aufgefordert, Vorfälle zu melden – selbst wenn kein Geld verloren ging –, um kriminelle Aktivitäten besser nachverfolgen zu können.






