Willichs umstrittenes Bauprojekt: 200 Wohnungen auf ehemaliger Grünfläche geplant
Klaus-Günter SölzerWillichs umstrittenes Bauprojekt: 200 Wohnungen auf ehemaliger Grünfläche geplant
Pläne für ein neues Wohnbauprojekt in Willich haben unter Anwohnern für Kontroversen gesorgt. Die Stadt plant den Bau von 200 Wohneinheiten auf dem 2,9 Hektar großen Gelände Moltkedorf, das zuvor als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde und einst als öffentliche Grünfläche ausgewiesen war. Eine Petition gegen das Vorhaben hat bereits über 1.200 Unterschriften gesammelt – die Bewohner äußern Bedenken hinsichtlich Verkehr, Bebauungsdichte und Umweltauswirkungen.
Das geplante Bauvorhaben umfasst Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften sowie viergeschossige Wohnblocks, die in einer Hofbebauung angeordnet sind. Der Zugang erfolgt über die Moltkestraße, wobei ein einseitiges Ringsystem alle Einheiten verbindet. Zudem sind Parkplätze, Garagen sowie Rad- und Fußwege vorgesehen, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden sollen.
Kritik gibt es vor allem an der Dimension des Projekts, insbesondere an der Höhe der Gebäude, die über benachbarte Kleingärten ragen werden. Viele fürchten den Verlust von Grünflächen, die derzeit Regenwasser aufnehmen, die Artenvielfalt fördern und die Luftzirkulation verbessern. Zudem ist ein Grünstreifen entlang der Moltkestraße 31–35 bedroht, der Tieren als Lebensraum dient und als natürliche Barriere wirkt.
Verkehrsstaus, Lärmbelastung und Parkplatzmangel bereiten den Anwohnern zusätzliche Sorgen – trotz versichernder Worte der Stadt. Einige schlagen Alternativen vor, etwa einen Gemeinschaftspark, eine Erweiterung landwirtschaftlicher Flächen oder kleinteiligere, bezahlbare Wohnungen mit strengeren Umweltschutzauflagen. Die Stadt betont jedoch den dringenden Bedarf an neuem Wohnraum in Willich.
Das Moltkedorf-Projekt bleibt ein Zankapfel zwischen Wohnraumnachfrage und Umweltschutz. Da die Flüchtlingsunterkunft bis Ende des Jahres geschlossen werden soll, muss die Stadt nun die Einwände der Bürger berücksichtigen, bevor der Bau beginnt. Die von 800 Unterstützern mitgetragene Petition zeigt, wie groß der lokale Widerstand gegen die aktuellen Pläne ist.






