Wie Fly Robin Fly 1975 die globale Disco-Ära einläutete
Im Winter 1975/76 stieg eine weitgehend unbekannte Single mit nur sechs Worten und einer dröhnenden Bassline die Charts hinauf. Fly Robin Fly der deutschen Band Silver Convention erreichte bald Platz eins in den USA – und läutete damit den globalen Aufstieg der Disco ein.
Innerhalb weniger Monate entwickelte sich Disco vom Underground der Clubs zum Mainstream-Erfolg. Sie wurde zum prägenden Sound einer ganzen Generation. Ihr Reiz lag in ihrer Einfachheit: Es brauchte kein Vorwissen, nur die Lust, zur Musik zu tanzen und sie zu genießen.
Produzenten und Künstler formten ihren Aufstieg. Giorgio Moroder, der in München arbeitete, verbündete sich mit Donna Summer und schuf bahnbrechende Titel wie Love to Love You Baby und I Feel Love. Frank Farian gründete Boney M. und verband karibische Rhythmen mit Disco-Beats zu Hits wie Daddy Cool. Auch die Bee Gees fanden 1976 mit You Should Be Dancing zu ihrem Disco-Klang.
Als Saturday Night Fever 1977 in die Kinos kam, hatte die Disco die Welt bereits erobert. Zwar galt sie oft als glatt und glamourös, doch teilte sie mit dem Punk den rebellischen Geist – auf ihre eigene Art lehnte sie musikalische Attitüde ab. Die Disco-Welle veränderte die Popmusik für immer. Ihr Einfluss lebt weiter in der Arbeit moderner Künstler wie Madonna, Daft Punk, Dua Lipa und Beyoncé. Die Ära bewies, dass ein Genre, das auf Rhythmus und Lebensfreude baut, bleibende Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen kann.
