Strompreise in Deutschland fallen erstmals 2024 unter null – Kunden verdienen Geld beim Verbrauch
Norbert ThiesStrompreise in Deutschland fallen erstmals 2024 unter null – Kunden verdienen Geld beim Verbrauch
Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null. Kunden mit dynamischen Tarifen erhielten für bestimmte Stunden sogar Geld für ihren Verbrauch. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef des Energieanbieters Tibber, warnte, dass in diesem Sommer neue Rekordwerte bei negativen Preisen möglich seien.
Die Großhandelspreise für Strom lagen ab 9 Uhr morgens im negativen Bereich und blieben es bis 17 Uhr. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr mit -250,32 Euro pro Megawattstunde – umgerechnet -25,03 Cent pro Kilowattstunde für Großabnehmer.
Die Nettopreise für Endverbraucher unterschieden sich je nach Region. Im Kölner Raum sank der niedrigste Tarif zwischen 13 und 14 Uhr auf -8,6 Cent pro Kilowattstunde, in anderen Gebieten lagen die Nettopreise bei bis zu -12 Cent pro Kilowattstunde. Noch am selben Tag hatte Tibbers dynamischer Tarif zwischen 20 und 21 Uhr seinen Höchststand mit 36 Cent pro Kilowattstunde erreicht.
Negative Großhandelspreise sind kein neues Phänomen. 2023 gab es sie an 457 Stunden – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein extremer Fall im Juli 2023 trieb die Day-Ahead-Preise sogar auf -500 Euro pro Megawattstunde nach unten.
Kunden mit dynamischen Tarifen verdienten während der Negativphase effektiv Geld, indem sie Strom verbrauchten. Experten gehen davon aus, dass sich der Trend fortsetzt, da der Strommarkt weiterhin zu unflexibel reagiert. Branchenprognosen zufolge könnten negative Preise in diesem Sommer noch häufiger auftreten.
