Solingen kämpft gemeinsam gegen Obdachlosigkeit in eisiger Kälte
Bezirksbürgermeister Marc Westkämper ruft zu gemeinsamem Vorgehen gegen Obdachlosigkeit in Solingen-Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid auf
Angesichts der lebensbedrohlichen Kälte hat Bezirksbürgermeister Marc Westkämper zu einer geschlossenen Initiative aufgerufen, um die Obdachlosigkeit im Solinger Stadtteil Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid zu bekämpfen. Er betont die dringende Verpflichtung der Stadt, sowohl Soforthilfe als auch nachhaltige Lösungen bereitzustellen. Ein runder Tisch sowie eine anstehende Ratssitzung sollen alle politischen Fraktionen zusammenbringen, um das Problem gemeinsam anzugehen.
Westkämper wies Vorwürfe zurück, seine Unterstützung für einen CDU-Antrag habe auf Rückendeckung der AfD beruht. Stattdessen bestehe er darauf, dass die Hilfe für obdachlose Menschen und die Berücksichtigung der Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner Hand in Hand gehen müssten. Sein Fokus liege vor allem auf humanitärer Unterstützung – besonders bei den aktuellen Minusgraden.
Die CDU-Fraktion hat Akteurinnen und Akteure für den 19. Februar zu einem runden Tisch eingeladen, um praktikable Lösungsansätze zu erörtern. Dies folgt einer für den 17. Februar geplanten Anfrage, die bestehende Versorgungslücken analysieren soll. Zu den identifizierten Problemen zählen fehlende niedrigschwellige Übernachtungsmöglichkeiten, Tagesaufenthalte, medizinische Versorgung und sichere Schlafplätze – insbesondere im Winter.
Vor der Bezirksratssitzung am 23. Februar wirbt Westkämper für einen gemeinsamen Ansatz. Er signalisierte Gesprächsbereitschaft mit allen politischen Gruppen und unterstrich die Bedeutung von Dialog und gemeinsamer Verantwortung. Zwar gibt es bereits Notunterkünfte und mobile Hilfsangebote, doch die Anfrage soll klären, ob diese den Bedarf decken.
Der Aufruf zur Zusammenarbeit erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt mit Fragen zu ungedeckten Bedarfen konfrontiert ist. Aktuelle Zahlen zur Obdachlosigkeit in Solingen liegen zwar nicht vor, doch die anstehenden Diskussionen sollen den Bedarf an zusätzlichen Einrichtungen und aufsuchender Sozialarbeit konkretisieren.
Der runde Tisch am 19. Februar und die Ratssitzung vier Tage später werden die nächsten Schritte festlegen. Westkämpers Bemühungen um eine kooperative Lösung zielen darauf ab, Lücken in der Winterversorgung und der langfristigen Betreuung zu schließen. Die Ergebnisse werden maßgeblich prägen, wie Solingen die Obdachlosigkeit in den kommenden Monaten angeht.
Politische Spannungen und NGO-Vorschläge gestalten Solingens Strategie zur Obdachlosigkeit
Die Debatte über die Regelungen für Unterführungen am Ohligs Hauptbahnhof hat sich verschärft und führt zu neuer Klarheit in Solingens Strategie zur Obdachlosigkeit. Wichtige Entwicklungen sind:
- Der Vorschlag der CDU im späten Januar, die Straßensatzung zu ändern, der von den Grünen als AfD-Einfluss und Einschränkung des Obdachlosenpräsidiums kritisiert wurde.
- Wohlfahrtsverbände wie Caritas haben seit 2018 einen Kooperationsplan eingereicht, der die Straßenarbeit, Suchtbekämpfung und den niedrigschwelligen Wohnraum priorisiert.
- Die steigenden Zahlen von suchtkranken Obdachlosen seit 2018 unterstreichen die Dringlichkeit von Westkämpers Aufruf zur Zusammenarbeit.