05 May 2026, 14:54

Rettungskräfte fordern krisensicheres Kommunikationsnetz für die Zukunft

Feuerwehrleute in Schutzausrüstung arbeiten an einem Feuerhydranten mit Rohren und Ventilen im Hintergrund.

Rettungskräfte fordern krisensicheres Kommunikationsnetz für die Zukunft

Rettungskräfte in Deutschland drängen auf ein widerstandsfähigeres Kommunikationssystem für Krisenfälle

Auf der jüngsten Blaulicht-Tag-Veranstaltung in Essen forderten Verantwortliche den Ausbau eines Netzes, das selbst bei flächendeckenden Ausfällen funktionsfähig bleibt. Bei dem Treffen kamen Vertreter des Bundes und der Länder sowie Einsatzkräfte zusammen, um über notwendige Modernisierungen des bestehenden Systems zu beraten.

Das aktuelle Digitale BOS-Funknetz, das vom Innenministerium Nordrhein-Westfalens betrieben wird, basiert auf dem europäischen TETRA-Standard. Dieses System garantiert stabile Sprachkommunikation und grundlegenden Datenaustausch – selbst wenn andere Netze ausfallen. Ein Praxistest erfolgte im September 2022, als ein großflächiger Stromausfall in Berlin Mobilfunk und Internet lahmlegte, der BOS-Funk jedoch ohne Unterbrechung weiterlief.

Im Rahmen der Essener Veranstaltung gab es Live-Demonstrationen bei der örtlichen Feuerwehr. Die Teilnehmer konnten sich dort ein Bild von der aktuellen Funktionsweise des Systems machen und mögliche Weiterentwicklungen diskutieren. Eine zentrale Forderung ist die Einführung von Breitbandfähigkeit, um Einsatzteams den Echtzeit-Austausch von Daten wie Lagekarten, Drohnenaufnahmen oder lebenswichtigen medizinischen Informationen zu ermöglichen.

Behördenvertreter betonten die Notwendigkeit eines autarken Netzes, das auf UHF-Frequenzen zwischen 470 und 694 Megahertz arbeitet. Dadurch entstünde ein eigener, krisensicherer Kanal, der unabhängig von der öffentlichen Infrastruktur funktioniert. Innenminister Herbert Reul (NRW) unterstrich, dass zuverlässige Kommunikation für wirksame Einsatzkoordination unverzichtbar sei. Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister brachte es auf den Punkt: „Keine Kommunikation, kein Einsatz.“

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Druck für ein modernisiertes System wächst, da Rettungskräfte zunehmend datenintensive Operationen bewältigen müssen. Ein dediziertes Breitbandnetz würde in Krisensituationen schnellere und detailliertere Informationsweitergabe ermöglichen. Bis dahin bleibt das bestehende BOS-Funknetz zwar eine verlässliche Notlösung – doch sind sich die Verantwortlichen einig: Moderne Einsatzszenarien erfordern leistungsfähigere Werkzeuge.

Quelle