28 June 2026, 12:23

Netzeband: Wie ein 200-Seelen-Dorf zum Kultur-Hotspot wird

Die Magie des Milchholzes

Netzeband: Wie ein 200-Seelen-Dorf zum Kultur-Hotspot wird

Netzeband – ein winziges Dorf mit großem Kulturfest

Das kleine Dorf Netzeband, in dem weniger als 200 Menschen leben, ist Schauplatz eines lebendigen Sommerfestivals. Der Theatersommer Netzeband findet von Mitte Juni bis Ende August statt und bringt Kultur und Leben in die stille ländliche Idylle.

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Das Festival startete 1996, als der Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Frank Matthus gemeinsam mit seinem künstlerischen Partner Jürgen Heidenreich die Veranstaltung ins Leben rief. Seither treibt Matthus die kulturelle Wiederbelebung des Dorfes voran. Das Programm umfasst eine Freilichtaufführung von Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald, bei der fast vier Meter hohe Figuren die Dorfbewohner darstellen. Lautsprecher übertragen ihre inneren Monologe an das Publikum, das in einem grasbewachsenen Amphitheater Platz nimmt – gestaltet vom Landschaftsarchitekten Horst Wagenfeld, der auch die örtliche Kirche und die Dorfkneipe vor dem Verfall rettete.

Das Festival lebt vom Engagement der Gemeinschaft und verbindet professionelle Schauspieler mit lokalen Mitwirkenden. Sein Anspruch ist es, Kultstatus zu erlangen – ähnlich wie Salzburgs Jedermann oder das Passionsspiel in Oberammergau. Vor seinem Konzert in der Temnitz-Kirche sang der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell sogar Opernarien mitten im Dorf. Die natürliche Schönheit der Umgebung verstärkt den Reiz: Die nahegelegene Kyritz-Ruppiner Heide beherbergt 79 Vogelarten, darunter 28 bedrohte. Ihr Gesang begleitet die Abfahrt des Regionalexpress 6 vom Bahnhof Netzeband.

Das Festival wächst stetig und lockt Besucher in das winzige Dorf. Die einzigartige Mischung aus Theater, Musik und Natur bietet ein besonderes Kulturerlebnis. Die Veranstaltung zeigt, wie Netzeband sein Erbe bewahrt und gleichzeitig die Künste feiert.

Quelle