Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – während sie als Heilpraktikerin arbeitete
Norbert ThiesLehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – während sie als Heilpraktikerin arbeitete
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel bezieht seit über 16 Jahren bezahlten Krankengeldbezug, während sie angeblich in der alternativen Medizin tätig war. Die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen ermittelt nun wegen des Verdachts auf Betrug, nachdem sie trotz der Angabe psychischer Erkrankungen weiterhin ihr volles Gehalt erhielt.
Die Pädagogin unterrichtete zuletzt regelmäßig im Jahr 2009, bevor sie ärztliche Atteste vorlegte, die auf psychische Probleme verwiesen. In den folgenden Jahren soll sie laut Berichten als Heilpraktikerin – eine Heilpraktikerin für Naturheilkunde – im Ruhrgebiet praktiziert haben, ohne dass ihre Beamtenbezüge gekürzt wurden. Eine amtliche Überprüfung ihrer Arbeitsfähigkeit unterblieb in dieser Zeit vollständig.
Im Juni durchsuchten Ermittler ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten im Rahmen der Untersuchungen Dokumente sowie digitale Geräte. Der Strafprozess konzentriert sich auf die Jahre 2021 bis 2025, da frühere Vorwürfe möglicherweise verjährt sind. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Lehrerin falsche Angaben machte, um den Staat zu täuschen. Zudem wird geprüft, ob ein Mitarbeiter des Bezirksregierungs Düsseldorf seine Aufsichtspflichten vernachlässigt hat.
Der Skandal hat Nordrhein-Westfalen dazu veranlasst, schärfere Kontrollen bei langfristigen Krankschreibungen anzukündigen. Künftig sollen verlängerte oder wiederholte Fehlzeiten stärker überwacht werden, um ähnliche Fälle zu verhindern.
Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft wertet Beweise für Betrug und mögliches Fehlverhalten von Beamten aus. Bei einer Verurteilung drohen der Lehrerin Strafen wegen gewerbsmäßigen Betrugs, während der Fall zu umfassenden Reformen bei der Überwachung von Krankschreibungen im Bildungssystem des Landes führen könnte.






