Kirchenaustritte in NRW: Katholische Kirche schrumpft – doch es gibt Hoffnungsschimmer
Ingetraut AustermühleKirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW: Katholische Kirche schrumpft – doch es gibt Hoffnungsschimmer
Katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen schrumpft weiter – aber etwas langsamer
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verliert weiterhin Mitglieder, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Zahl der Gläubigen in den letzten Jahren von 5,8 auf 5,6 Millionen gesunken ist. Trotz einiger positiver Signale überwiegen die Austritte nach wie vor die Neuaufnahmen und Taufen.
Allein im Jahr 2025 verließen 84.440 Menschen die katholische Kirche in der Region – ein leichter Rückgang gegenüber 86.946 im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte im gleichen Zeitraum von 160.469 auf 152.783. Das Erzbistum Köln verzeichnete weniger Austritte sowie einen Anstieg bei Erwachsenentaufen und Gottesdienstbesuchen.
Vorsichtiger Optimismus – oder nur oberflächliche Besserung? Generalvikar Guido Assmann wertete diese Entwicklungen als Grund für "vorsichtigen Optimismus". Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete sie als bloße "kosmetische Verbesserungen". Die tieferliegenden Probleme – etwa der Vertrauensverlust in die Institution – seien damit keineswegs gelöst, so Schüller.
Seit 2010 steigen die Austrittszahlen in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich an. Besonders stark war der Anstieg in den Jahren 2021 und 2022, als öffentliche Skandale die katholische Kirche erschütterten. Zwar haben sich die Zahlen inzwischen etwas stabilisiert, liegen aber weiterhin deutlich über denen früherer Jahrzehnte.
Langfristiger Mitgliederschwund bleibt ungebrochen Trotz der leicht rückläufigen Austrittszahlen schrumpft die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen weiter. Ob es gelingt, den Abwärtstrend zu bremsen, hängt davon ab, ob die Kirche die grundlegenden Herausforderungen angeht – etwa die wiedergewonnene Glaubwürdigkeit und die Bindung der Gläubigen. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklungen sind noch offen.