Gabriele Stötzers mutige Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Raymund LindauGabriele Stötzers mutige Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer
Unter dem Titel „Dabei sein und nicht schweigen“ präsentiert das Berliner Gropius Bau rund 150 Werke der 73-jährigen Künstlerin Gabriele Stötzer. Die Schau umfasst Videos, Fotografien, Modestücke sowie große Wollfiguren von Frauen.
Stötzers Kunst ist eng mit ihrem politischen Engagement verbunden. In der DDR wurde sie 1977 zu einem Jahr Haft verurteilt, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis vertrieb sie sich die Zeit damit, Strumpfhosen zu nähen.
Auch 1989 blieb sie unangepasst: Damals besetzte sie die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe, was ihre Rolle im kulturellen Widerstand der Zeit weiter festigte.
Im Herbst wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der höchsten Kunstpreise Deutschlands. Zu den früheren Preisträgern zählen renommierte Künstler wie Henry Moore und Gerhard Richter.
Die Ausstellung im Gropius Bau ist aktuell zu sehen und bietet einen seltenen Einblick in Stötzers vielschichtiges und kraftvolles Schaffen. Die bevorstehende Ehrung im Oktober würdigt ihren nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Kunst- und Protestkultur. Ihr Leben steht bis heute für Widerstandsfähigkeit und kreativen Widerstand.






