25 June 2026, 12:23

Bundesregierung lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren bis 2030

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Bundesregierung lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren bis 2030

Die deutsche Bundesregierung hat Lockerungen des Energieeffizienzgesetzes beschlossen, die sich vor allem an Betreiber von Rechenzentren richten. Die Änderungen umfassen verlängerte Fristen und reduzierte Vorgaben zur Energieeffizienz sowie zur Nutzung von Abwärme.

Nach den überarbeiteten Regelungen haben Rechenzentren nun bis 2030 Zeit, ihren Stromverbrauch vollständig durch erneuerbare Energien auszugleichen. Zudem entfällt die Pflicht zur Abwärmenutzung, wenn kein lokales Fernwärmenetz vorhanden ist. Auch die Effizienzziele wurden gelockert: Statt wie bisher zwei Jahren haben die Betreiber nun vier Jahre Zeit, um diese zu erfüllen.

Zudem wurde die Schwelle für verpflichtende Energie- oder Umweltmanagementsysteme angehoben. Sie gilt nun nur noch für Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete die Änderungen mit Bürokratieabbau und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Kritik kommt von Umweltschutzorganisationen und Branchenbeobachtern. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch bezeichnete die Reformen als „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ und warnte vor steigenden ökologischen und wirtschaftlichen Kosten. Linda Klapdor von Greenpeace argumentierte, die neuen Regeln schafften Schlupflöcher für die großen Technologiekonzerne und gefährdeten höhere Emissionen. Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft warf der Regierung vor, den Klimaschutz zugunsten wirtschaftlicher Interessen zu vernachlässigen.

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Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag begrüßte hingegen die Reformen. Er bezeichnete sie als „erhebliche Entlastung“ für die Unternehmen.

Die gelockerten Vorschriften geben Rechenzentren mehr Zeit und Flexibilität, um ihre Effizienz- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Während die Regierung darin eine Stärkung des Wirtschaftswachstums sieht, befürchten Kritiker eine Schwächung der Klimaschutzbemühungen. Die Änderungen treten nun nach der Kabinettsfreigabe in Kraft.

Quelle