24 March 2026, 06:37

Betreiber von Mega-Dateiplattform wegen Urheberrechtsverletzung vor Gericht

Schwarz-weißes Bild eines alten Eintrittskarten für das Théâtre du Château d'Eau in Juárez, Mexiko, mit gedrucktem Text.

Illegal Distribution of Movies and Series: Two Years' Probation in Aachen - Betreiber von Mega-Dateiplattform wegen Urheberrechtsverletzung vor Gericht

Ein 59-jähriger Betreiber eines großen Datei-Hosting-Dienstes steht wegen der unbefugten Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte vor Gericht. Die Plattform, die von 2008 bis 2019 aktiv war, soll Zugang zu über 30.000 geschützten Filmen und Serien ermöglicht haben. Die Staatsanwaltschaft forderte eine zweijährige Bewährungsstrafe, während die Verteidigung eine kürzere Haftstrafe beantragte.

Der Dienst ermöglichte Nutzern das Hoch- und Herunterladen von Filmen und Serien, wobei oft Gebühren für Premium-Zugänge erhoben wurden. Auf dem Höhepunkt seiner Nutzung speicherte er bis zu 20 Millionen Gigabyte an Daten. Allein zwischen 2014 und 2019 soll die Plattform laut Anklage tausende urheberrechtlich geschützte Werke illegal verbreitet haben.

Während des elfjährigen Betriebs erzielte das Portal Umsätze von mehr als 64 Millionen Euro. Die Verteidigung plädierte für eine Höchststrafe von einem Jahr und elf Monaten und verwies auf eine geringere Schuld des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hingegen bestand auf eine strengere Strafe, die das Ausmaß der Rechtsverletzungen widerspiegeln solle.

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Seit der Schließung der Seite im Jahr 2019 haben sich illegale Streaming- und Download-Plattformen in Deutschland weiterentwickelt. Viele nutzen nun dezentrale Systeme, VPNs und dynamische Domains, um Sperren zu umgehen. Trotz verschärfter Maßnahmen – wie Razzien gegen Seiten wie Kinox.to – bleibt die Nutzerzahl hoch, mit über 10 Millionen monatlichen Besuchern. Der Druck durch Rechtsvorschriften wie den EU-Digital Services Act hat zu mehr Löschungen und internationaler Zusammenarbeit geführt.

Das Gericht muss nun zwischen der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer zweijährigen Bewährungsstrafe und dem Antrag der Verteidigung auf eine kürzere Haftstrafe entscheiden. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Durchsetzung des Urheberrechts gegen groß angelegte Piraterie-Netzwerke. Illegales Streaming passt sich weiterhin an, während die Behörden ihre Bemühungen zur Bekämpfung intensivieren.

Quelle