Bauhaus-Kirche im Ruhrgebiet steht zum Verkauf – was wird aus der Autobahnkirche?
Ingetraut AustermühleBauhaus-Kirche im Ruhrgebiet steht zum Verkauf – was wird aus der Autobahnkirche?
Bauhaus-Kirche im Ruhrgebiet zum Verkauf – Zukunft ungewiss
Eine Kirche im Bauhaus-Stil im Ruhrgebiet steht zum Verkauf, nachdem die Gemeinde die steigenden Kosten nicht mehr tragen konnte. Bekannt als die Autobahnkirche Ruhr, dient das Gebäude Reisenden auf der Autobahn A40 als Ort der Rast. Doch ihre Zukunft bleibt ungewiss – wegen strenger Denkmalschutzauflagen und finanzieller Zwänge.
Die Kirche wurde 2010 offiziell zur Autobahnkirche ernannt und ist seitdem Teil der Route der Industriekultur. Täglich für mehrere Stunden geöffnet, bietet sie einen ruhigen Raum zur Einkehr, geprägt von einem dunklen Ziegelsteinturm mit der Aufschrift "Rasten und Kraft schöpfen". Zu den regelmäßigen Angeboten gehören eine jährliche Gedenkveranstaltung für Verkehrsopfer sowie besondere Gottesdienste für Motorradfahrer.
Im vergangenen Jahr schloss sich die Epiphanias-Gemeinde mit einer Nachbargemeinde zusammen, sodass die fusionierte Gruppe nun für zwei Kirchen und deren Unterhalt verantwortlich ist. Bei sinkender Mitgliederzahl und rückläufigen Besucherzahlen wurden die Kosten jedoch unhaltbar. Das Gebäude selbst, im Bauhaus-Stil gestaltet, verfügt über eine Orgel, originale Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren und ein dreistöckiges Gemeinschaftszentrum, dessen Etagen jeweils fast 140 Quadratmeter umfassen.
Mit einem Festpreis von genau 780.000 Euro angeboten, sind Maklergebühren und Notarkosten darin nicht enthalten. Potenzielle Käufer müssen mit Einschränkungen rechnen: Der Denkmalschutz verbietet einen Abriss. Der Immobilienmakler schlägt vor, den Raum für Veranstaltungen und Aufführungen umzunutzen, um neue Zielgruppen anzusprechen.
Die Autobahnkirche Ruhr bleibt vorerst geöffnet und erfüllt weiterhin ihre Funktion als Raststätte für Autofahrer. Jeder neue Eigentümer müsste die denkmalgeschützten Merkmale bewahren und gleichzeitig eine nachhaltige Nutzung finden. Die Entscheidung der Gemeinde spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen viele Kirchen mit schrumpfenden Gemeinden und steigenden Instandhaltungskosten stehen.






