10 May 2026, 12:26

Banaszak will junge Männer mit provokanter Feminismus-Strategie gewinnen

Plakat mit Text "Toiletten sind Geschlechterneutral" bewirbt genderneutrale Toiletten.

Banaszak will junge Männer mit provokanter Feminismus-Strategie gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für einen neuen feministischen Ansatz ein – einen, der gezielt junge Männer anspricht. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören ein umstrittenes Playboy-Interview und ein bewusst provokanter Social-Media-Beitrag über die Rolle von Männern bei schädlichem Verhalten. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der rechtsextreme Parteien bei jungen männlichen Wählern an Zuspruch gewinnen und damit innerhalb seiner eigenen Partei eine Debatte auslösen, wie man diese Gruppe am besten erreichen kann.

Banaszaks Strategie stellt einen Bruch mit der klassischen feministischen Ansprache dar. Im Februar nutzte er ein Playboy-Interview, um zu argumentieren, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schaden. Später gab er zu, dass sein Social-Media-Post – in dem er Männer als Mittäter toxischen Verhaltens anprangerte – bewusst darauf abzielte, eine Diskussion zu entfachen.

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Sein Ansatz steht im krassen Gegensatz zu früheren Bemühungen. Vor zwanzig Jahren trug Torhüter Tim Wiese noch ohne öffentliche Kritik Pink auf dem Platz – ein Zeichen dafür, dass die Einstellung zu Männlichkeit einst flexibler war. Kürzlich dagegen riet der AfD-Politiker Maximilian Krah in einem Video vor der Europawahl 2024 jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sie sollten „nach rechts“ tendieren. Die letzte Bundestagswahl offenbarten derweil eine tiefe Spaltung: Junge Männer wählten mehrheitlich die rechtsextreme AfD, junge Frauen dagegen eher linksliberale Parteien.

Innerhalb der Grünen fallen die Reaktionen gemischt aus. Im Bundesfrauenrat hinterfragten einige Mitglieder, ob Banaszaks „Männerpolitik“ und das geplante Männerforum wirklich notwendig seien. Andere, wie der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen, argumentieren, die Partei müsse ihren Ton anpassen, um feministische Botschaften für junge Männer attraktiver zu gestalten. Banaszak selbst setzt auf unkonventionelle Symbole – sein Büro ist pink gestrichen, eine Farbe, die er offen mag –, und erinnert damit an ein Manifest von 21 Grünen-Politikern aus dem Jahr 2010 mit dem Titel Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.

Die Debatte zeigt eine wachsende Herausforderung für progressive Parteien: Wie lässt sich der Einfluss der Rechten auf junge Männer zurückdrängen? Banaszaks Taktiken – vom pinken Büro bis zu provokanten Posts – zielen darauf ab, Männlichkeit innerhalb des Feminismus neu zu definieren. Ob dieser Ansatz Wahlverhalten oder Parteistrukturen verändern wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Quelle