17 June 2026, 18:00

ARD setzt auf Gaming: Neues Netzwerk soll junge Zielgruppen gewinnen

ARD goes gaming: Rundfunkbeitrag finanziert Gaming-Offensive

ARD setzt auf Gaming: Neues Netzwerk soll junge Zielgruppen gewinnen

Die ARD hat das ARD Games Network ins Leben gerufen, um ihren Fokus auf Computerspiele zu stärken. Mit der Initiative will der öffentlich-rechtliche Rundfunk jüngere Zielgruppen erreichen und neue digitale Plattformen erschließen. Gaming gilt inzwischen als zentrales Betätigungsfeld, um vielfältige Bevölkerungsgruppen anzusprechen.

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Fast 50 Millionen Menschen in Deutschland spielen regelmäßig digitale Spiele. Der durchschnittliche Spieler ist etwa 38 Jahre alt, wobei sich Männer und Frauen die Waage halten. SWR-Intendant Kai Gniffke sieht in Games eine Chance für die öffentlich-rechtlichen Sender, Vielfalt und demokratische Werte zu fördern – und gleichzeitig neue Zuschauer zu gewinnen.

Einige ARD-Anstalten, darunter der SWR, sind bereits in diesem Bereich aktiv. Sie haben Spiele wie „Tatort: Das Spiel“ oder „Nachrichtenmacher“ entwickelt. Das neue Netzwerk wird in thematischen Clustern arbeiten – mit Schwerpunkten auf Strategie, Community, Kultur und Wachstum. Die Teilnahme ist freiwillig, die Zusammenarbeit erfolgt senderübergreifend.

Auf der Gamescom präsentierte die ARD ein Spiel für die Plattform Roblox. Dieser Schritt erfolgt trotz Kritik an der Plattform, die in der Vergangenheit mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs und rechtsextremer Unterwanderung konfrontiert war. Skeptiker hinterfragen zudem, ob die Entwicklung von Videospielen überhaupt zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks passt.

Die ARD muss nun nachweisen, dass ihre Gaming-Pläne mit ihrem Programmauftrag vereinbar sind. Zudem wird sie deren Erfolg anhand von Nutzungszahlen und Zuschauerbindung messen müssen. Das ARD Games Network bündelt bestehende Projekte und erschließt neue Felder wie VR, AR und das Metaversum. Ziel ist es, sowohl neue als auch bestehende Zielgruppen anzusprechen. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, Relevanz zu beweisen – und dabei die Standards des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einzuhalten.

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