Apothekenreform: Kammerpräsident fordert letzte Änderungen vor entscheidender Abstimmung
Raymund LindauApothekenreform: Kammerpräsident fordert letzte Änderungen vor entscheidender Abstimmung
Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, hat zu dringenden Gesprächen mit der Politik aufgerufen, um den Entwurf der Apothekenreform noch zu beeinflussen. Auf der heutigen Mitgliederversammlung betonte er die Notwendigkeit letzter Änderungen, bevor der Gesetzentwurf voranschreitet. Öffentliche Proteste wurden auf den 17. Dezember verschoben, um den Dialog zu priorisieren und eine Eskalation zu vermeiden.
Hoffmann bezeichnete die aktuelle Lage als entscheidenden Moment für die deutsche Gesundheitsversorgung. Er warnte, die Gesellschaft verändere sich rasant, während die Arzneimittelversorgung kaum mit der Nachfrage Schritt halte. Der Kammerpräsident unterstrich, dass die Vergütung im Reformprozess oberste Priorität haben müsse. Als erste zentrale Forderung nannte er eine Erhöhung der Festbeträge für Apotheken. Zudem wurden alternative Modelle vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass die benötigten 800 bis 900 Millionen Euro bei den Apotheken ankommen.
Eine zweite zentrale Forderung ist die Streichung des im Entwurf vorgesehenen Bargeld-Rabattverbots. Hoffmann räumte ein, dass weite Teile der Reform notwendig seien, sie jedoch erhebliche Risiken berge. Er argumentierte, das eigentümergeführte Apothekenmodell müsse erhalten bleiben – auch wenn die Reform auf die wachsende Zahl von Patient:innen mit sinkender Gesundheitskompetenz reagieren solle.
Der Vorstand der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat Bereiche benannt, in denen dringend Nachbesserungen oder Ergänzungen erforderlich sind. Nach der Kabinettbefassung am 17. Dezember folgt die erste Lesung im Bundestag Ende Januar. Der Bundesrat wird sich voraussichtlich im frühen Frühjahr mit dem Gesetz befassen, das parlamentarische Verfahren soll bis Ende April abgeschlossen sein.
Die Apothekenreform steht an einem Scheideweg. Bis zum 17. Dezember liegt der Fokus auf dem Dialog mit der Politik, um den Entwurf noch zu gestalten. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, eine faire Vergütung zu sichern, das bestehende Apothekenmodell zu schützen und gleichzeitig dringende Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen.
