30 March 2026, 16:38

Anna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper

Gemälde namens 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren vor einem Publikum und einer Wand als Hintergrund zeigt.

Anna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die mit Spannung erwartete Aufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Netrebko, die die russische und österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, übernahm in der fast dreistündigen Produktion die Rolle der Amelia.

Die Premiere fand mitten in der anhaltenden Debatte über ihre früheren Verbindungen zur russischen Führung statt, doch das Opernhaus verteidigte ihre Rückkehr auf die Bühne. Die Inszenierung unter der Regie von Rafael R. Villalobos bezog Motive aus der queeren Ballroom-Kultur und Anspielungen auf die AIDS-Krise ein – künstlerische Entscheidungen, die Verdis Werk aus dem 19. Jahrhundert eine zeitgenössische Ebene verliehen. Netrebkos Besetzung hatte bereits vor der Premiere für Kontroversen gesorgt.

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Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten, die ukrainische Flaggen schwenkten und Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" skandierten. Ähnliche Kundgebungen hatte es bereits während ihrer Nabucco-Aufführungen im März 2026 gegeben, als kleine, aber lautstarke Gruppen protestierten, während das Publikum im Saal ihr stehende Ovationen bereitete.

Intendantin Elisabeth Sobotka nahm zu der Kritik Stellung und betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seitdem nicht dorthin zurückgekehrt. Trotz der Proteste erhielt die Premiere starken Beifall – sowohl für das Orchester als auch für die Sänger. Besonders Netrebkos Darstellung der Amelia wurde vom ausverkauften Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen.

Diese Produktion markiert ihre erste Rückkehr an die Berliner Staatsoper seit mehreren Jahren. Auch ihr letzter Auftritt dort hatte die öffentliche Meinung gespalten: Einige lobten ihre künstlerische Leistung, andere hinterfragten ihre politischen Verbindungen. Presseberichte aus dem frühen Jahr 2026 hoben hervor, dass ihre Auftritte trotz der Proteste weiterhin ausverkaufte Häuser und leidenschaftliche Reaktionen des Opernpublikums auslösten.

Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich die anhaltende Polarisierung um Netrebkos Auftritte in Deutschland. Während draußen Proteste laut wurden, honorierte das Publikum im Saal ihre Darstellung mit anhaltendem Applaus. Die Entscheidung der Staatsoper, sie in ihr Weihnachtsprogramm aufzunehmen, spiegelt sowohl ihren ungebrochenen künstlerischen Ruf als auch die fortbestehenden politischen Spannungen wider, die mit ihrer Vergangenheit verbunden sind.

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