Abschied nach 25 Jahren: Aviapartner-Mitarbeiter protestieren am Düsseldorfer Flughafen
Norbert ThiesAbschied nach 25 Jahren: Aviapartner-Mitarbeiter protestieren am Düsseldorfer Flughafen
Ehemalige Mitarbeiter von Aviapartner Düsseldorf werden sich am 19. November am Flughafen versammeln, um das Ende von fast 25 Jahren Bodendienstleistungen zu markieren. Die Veranstaltung folgt auf die Schließung des Unternehmens, durch die viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Die Gewerkschaft ver.di hat die Art und Weise, wie die Situation gehandhabt wurde, scharf kritisiert und den Prozess als entwürdigend und unfair bezeichnet.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wirft dem Flughafen Düsseldorf vor, seine Belegschaft während des Übergangs im Stich gelassen zu haben. Der Sekretär Andrej Bill nannte es beschämend, langjährige Mitarbeiter unter Polizeiaufsicht hinausbegleitet zu sehen. Zudem machte er das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen für eine intransparente Vergabepraxis im Jahr 2023 verantwortlich, die es zwei Unternehmen ohne eigenes Personal ermöglichte, Aufträge zu erhalten.
Der Flughafen entgegnete, dass das Vergabeverfahren nicht in seiner Zuständigkeit gelegen habe. Vertreter wiesen darauf hin, dass die Entscheidung auf bundesweiten Vorgaben des NRW-Verkehrsministeriums basierte. Zugleich wiesen sie Vorwürfe eines chaotischen Übergangs zurück und betonten, dass die zuvor von Aviapartner abgewickelten Flüge nun zuverlässig von der AAS übernommen worden seien.
Um betroffene Beschäftigte zu unterstützen, wird ver.di im Dezember in seinen Düsseldorfer Büros eine Jobmesse veranstalten. Die Gewerkschaft kritisierte, dass der Flughafen keine vergleichbare Initiative ergriffen habe. Flughafenvertreter erkannten zwar den Wunsch der Mitarbeiter nach einem würdevollen Abschied an, verwiesen jedoch auf strenge rechtliche Vorgaben nach dem Zusammenbruch von Aviapartner.
Bill betonte, dass die Krise auf fehlerhafte Vergaberichtlinien und nicht auf betriebliche Versäumnisse zurückzuführen sei. Er argumentierte, dass die Ausweitung des Systems 2023 die Arbeitsplatzsicherheit des Bodenpersonals untergraben habe. Die ehemaligen Mitarbeiter hoffen nun, dass die Zusammenkunft am 19. November ihnen nach Jahrzehnten der Arbeit einen würdigen Abschluss ermöglicht.
Die Veranstaltung am 19. November soll den ehemaligen Aviapartner-Beschäftigten die Gelegenheit geben, sich von Kollegen und dem Flughafen zu verabschieden. Mit der Jobmesse von ver.di sollen ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet werden. Unterdessen bleibt der Streit über die Vergabebeschlüsse und die Behandlung der Mitarbeiter zwischen der Gewerkschaft, dem Flughafen und dem NRW-Verkehrsministerium ungelöst.






