Willichs Haushalt 2026: Höhere Kita-Gebühren und gestrichene Subventionen sorgen für Streit
Ingetraut AustermühleWillichs Haushalt 2026: Höhere Kita-Gebühren und gestrichene Subventionen sorgen für Streit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in weniger als zwei Stunden verabschiedet – ein Rekord für die Kommunalverwaltung. Die Entscheidung fiel nach hitzigen Debatten über Kindergartengebühren, Kürzungen im Bereich Nachhaltigkeit und Subventionen für den Öffentlichen Nahverkehr. Eltern und politische Gruppen reagierten empört auf die geplanten Änderungen.
Der Jugendhilfeausschuss hatte zunächst Vorhaben blockiert, Geschwisterzuschläge sowie eine höhere jährliche Kostenanpassung für Kita-Plätze einzuführen. Stattdessen beschloss der Rat, die bestehende Regelung beizubehalten, sodass Familien weiterhin keine ermäßigten Sätze für mehrere Kinder erhalten. Später stimmte eine Mehrheit jedoch dafür, die jährliche Gebührenanpassung von zwei auf drei Prozent zu erhöhen – diese Erhöhung wird damit dauerhaft verankert.
Eltern in Willich zeigten sich verärgert über die Änderungen, insbesondere da derzeit nur 24 Prozent der Kinder in städtischen Kitas überhaupt Gebühren zahlen. Die SPD kritisierte zudem die Streichung des Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Studierende und argumentierte, dies belaste Familien zusätzlich finanziell.
Gleichzeitig billigte der Rat breitere Sparmaßnahmen, die von der SPD vorgeschlagen worden waren. Dazu zählen Kürzungen bei Projekten für Innenraumbegrünung, bestimmten Nachhaltigkeitsprogrammen und Mietzuschüssen. Die SPD betonte die Notwendigkeit verantwortungsvoller Haushaltsführung und forderte Einsparungen bei nicht essenziellen Ausgaben.
Die Fraktion der Grünen unterstützte den Haushalt, warnte jedoch vor der prekären Finanzlage der Stadt. Sie forderte weitere Schritte, um die Finanzen Willichs in den kommenden Jahren zu stabilisieren.
Der Haushalt 2026 ist damit beschlossen: Die Kindergartengebühren steigen künftig jährlich um drei Prozent, Familien zahlen für jedes Kind den vollen Satz, während Nachhaltigkeits- und Verkehrssubventionen gekürzt werden. Die finanziellen Herausforderungen der Stadt bleiben für die politischen Gruppen ein zentrales Thema.






