Willich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten für Kitas und OGS – Eltern protestieren
Norbert ThiesWillich plant Kürzungen bei Geschwisterrabatten für Kitas und OGS – Eltern protestieren
Willich überprüft seine Gebühren für Kinderbetreuung im Rahmen umfassender Sparmaßnahmen. Die Stadt steht unter finanziellem Druck und erwägt Änderungen bei den Geschwisterrabatten für Kitas und die Offene Ganztagsschule (OGS). Eltern und lokale Initiativen haben bereits Bedenken gegen die Pläne geäußert.
Die Verwaltung möchte die Befreiungen für Geschwisterkinder kürzen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Bei der Kita könnte der Rabatt für das erste Geschwisterkind von derzeit 100 Prozent auf 75 oder 80 Prozent sinken, während weitere Geschwister weiterhin beitragsfrei blieben. Bei der OGS würde der Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 60 oder 70 Prozent reduziert. Durch diese Anpassungen sollen rund 500.000 Euro eingespart werden.
Ein weiterer Vorschlag sieht vor, die jährliche Erhöhung der Elternbeiträge auf drei Prozent zu begrenzen, was zusätzliche 100.000 Euro bringen soll. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen seien. Er stellte klar, dass die Geschwisterrabatte nicht komplett gestrichen, sondern nur angepasst würden.
Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder in allen Betreuungsangeboten. Willich könnte diesem Modell folgen. Elternvertreter wie Marlene Mendes sowie der Jugendamtselternbeirat (JAEB) lehnen die Pläne jedoch ab. Auch die SPD-Fraktion hat sich kritisch geäußert und argumentiert, dass Familien nicht die Last der Haushaltskonsolidierung tragen sollten.
Die Debatte findet vor dem Hintergrund anhaltender Probleme im Willicher Betreuungssystem statt, darunter Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen. Bisher gab es keine klare Lösung für diese Herausforderungen.
Der Stadtrat wird nun über die Vorschläge beraten, bevor mögliche Änderungen beschlossen werden. Falls die neuen Gebühren genehmigt werden, treten sie im kommenden Haushaltsjahr in Kraft. Die Entscheidung wird Hunderten von Familien betreffen, die auf die Kinderbetreuung in Willich angewiesen sind.






