Willich: Eltern kämpfen um gestrichene Kitas und kurze Betreuungswege
Ingetraut AustermühleWillich: Eltern kämpfen um gestrichene Kitas und kurze Betreuungswege
Eltern in Willich fordern Antworten, nachdem zwei geplante Kitas gestrichen wurden. Die Abschaffung der Einrichtungen folgt auf Haushaltskürzungen und einen Rückgang der Anmeldungen – viele Familien sorgen sich nun um längere Fahrten für ihre Kinder. Eine Kampagne unter dem Motto "Kleine Füße, kurze Wege" macht sich jetzt für mehr lokale Betreuungsangebote stark.
Schon im März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt. Sie suchten das Gespräch über die Verlegung der Kita, erhielten jedoch keine Antwort. Corinna Schulze, Sprecherin der Eltern, arbeitet nun an einem zweiten Schreiben, um die städtischen Angaben zu längeren Fahrzeiten zu den Einrichtungen zu hinterfragen.
Laut Stadt ist die Zahl der angemeldeten Kinder von 2021 bis 2025 um 15 Prozent gesunken – von 2.800 auf 2.380 Plätze. Als Gründe werden niedrigere Geburtenraten, mehr Homeoffice nach der Pandemie und ein Anstieg privater Betreuungslösungen genannt. Dennoch betont die Kampagne, dass kürzere Wege Stress reduzieren, Zeit sparen und den Zugang zu früher Bildung verbessern.
Einziges verbleibendes kommunales Projekt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in dem auch die Kita Alperof untergebracht werden soll. Doch die Einbindung eines Investors wirft Fragen zur Finanzierung und zur Rolle der Stadt auf. Eltern und Förderverein haben den Bürgermeister zu offenen Gesprächen eingeladen, um nachhaltige Lösungen zu finden.
Die Initiative "Kleine Füße, kurze Wege" unterstreicht die Vorteile von Betreuung im Wohnumfeld: mehr Verlässlichkeit, gemeinsame Familienzeit und gleiche Chancen auf frühe Förderung.
Mit zwei gestrichenen Kita-Projekten und ohne Reaktion des Bürgermeisters bleibt für viele Familien die Zukunft ungewiss. Das Reinershof-Zentrum ist die einzige neue Option – doch seine Finanzierung ist noch ungeklärt. Die Eltern fordern weiterhin klare Antworten und langfristige Lösungen für die Kinderbetreuung in der Gemeinde.






