09 June 2026, 20:42

Solingen plant neuen Service für Ehrenamtliche – doch wer zahlt dafür?

Kandidat der CDU für das Bürgermeisteramt präsentiert Konzept zur Stärkung von Verbänden und Ehrenämtern

Solingen plant neuen Service für Ehrenamtliche – doch wer zahlt dafür?

Treffen in Solingen: CDU, lokale Vereine und Politiker diskutieren Zukunft der Ehrenamtlichen Arbeit

Bei einem kürzlichen Treffen in Solingen kamen Vertreter der CDU, lokale Vereine und politische Akteure zusammen, um drängende Herausforderungen der ehrenamtlichen Arbeit zu bewältigen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren, die Sicherung zuverlässiger Finanzierung sowie die Gewinnung neuer Freiwilliger. Zudem wurden praktische Lösungen erörtert, um die lebendige Vereinslandschaft der Stadt zu stärken.

Kernstück der Vorschläge war ein neuer städtischer Service mit dem Namen „Stadtgesellschaft“, der als direkte Schnittstelle zwischen Vereinen und dem Oberbürgermeisteramt fungieren soll. Daniel Flemm, der CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt, trieb die Initiative „Stadtgesellschaft“ maßgeblich voran. Er bezeichnete die freiwilligen Vereine als Rückgrat der Solinger Gemeinschaft und betonte die Notwendigkeit einer Verwaltung, die sie aktiv unterstützt. Sein Plan sieht vor, dass der Service als zentrale Anlaufstelle für Organisatoren dient, Förderverfahren vereinfacht und durch die Zusammenarbeit mit der Gerd-Kaimer-Stiftung mehr Transparenz schafft.

Flemm schlug zudem vor, dass die Stadt mobile Sicherheitsbarrieren anschafft, die Vereine kostenlos ausleihen können. Damit ließen sich öffentliche Veranstaltungen und Feste sicherer gestalten – eine finanzielle Entlastung insbesondere für kleinere Gruppen.

Vertreter lokaler Organisationen begrüßten viele der Ideen, äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Finanzierung. Nurten Öztürk, Koordinatorin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Solingen, hinterfragte, wie die Stadt den neuen Service angesichts der aktuellen Schuldenlast bezahlen wolle. Andere wie Philipp Müller von der Initiative Kreis Solingen lobten den Vorschlag für eine verlässlichere Struktur, da diese die Antragsstellung für Ehrenamtliche deutlich erleichtern würde.

Leonhard von den Steinen, Vorsitzender des Clubs der Behinderten und ihrer Freunde, unterstützte die Forderung nach einer festen Ansprechperson im Rathaus. Seiner Meinung nach würde dies vor allem kleineren Vereinen zugutekommen, die oft an administrativen Hürden scheitern.

Die Diskussionen zeigten ein gemeinsames Ziel: den ehrenamtlichen Sektor in Solingen zugänglicher, besser finanziert und weniger von Bürokratie belastet zu machen. Das Treffen offenbarten sowohl Reformeifer als auch die praktischen Herausforderungen, die noch bewältigt werden müssen. Sollte der „Stadtgesellschaft“-Service umgesetzt werden, könnte er die Unterstützung für Vereine zentralisieren, während Angebote wie kostenlose Sicherheitsbarrieren die Kosten für Veranstalter senken würden. Doch die Frage der Finanzierung bleibt vorerst ungeklärt – Solingen steht vor der Aufgabe, neue Initiativen mit den bestehenden Haushaltszwängen in Einklang zu bringen.

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