20 April 2026, 12:29

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern die Literaturszene

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug sitzend in einem Stuhl mit ernstem Gesichtsausdruck und einer Frau daneben stehend, die nachdenklich aussieht, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf der Seite.

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern die Literaturszene

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem Denis Scheck in der ARD-Sendung Druckfrisch mit scharfen Rezensionen für Aufsehen sorgte. Der langjährige Moderator sah sich mit massiver Kritik konfrontiert, weil er aktuelle Werke der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy pauschal abwertete. Beide Schriftstellerinnen warfen ihm daraufhin öffentlich vor, seine Äußerungen seien frauenfeindlich.

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Seit 23 Jahren ist Denis Scheck für seine direkten, temporeichen Buchbesprechungen in Druckfrisch bekannt. Sein Markenzeichen – ungeliebte Bücher theatralisch durch eine Rutsche in den Müll zu befördern – spaltet die Zuschauer schon lange. Kürzlich löste seine Kritik an Sophie Passmanns neuestem Werk eine Reaktion der Autorin aus, die seine Kommentare auf Instagram als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" bezeichnete. Auch Ildikó von Kürthy ging in einem Essay für Die Zeit auf seine abfälligen Bemerkungen über ihr Schaffen ein und kündigte an, sich solche Behandlungen nicht länger gefallen zu lassen.

Die ARD verteidigte die Sendung und betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele. Der Sender distanzierte sich von Vorwürfen des Frauenhasses und hob die bedeutende Stellung von Autorinnen in der Literatur hervor. Wie die ARD selbst angibt, lobte Scheck in der jüngsten Folge sogar mehr Bücher von Schriftstellerinnen, als er kritisierte.

Die Kontroverse hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Elke Heidenreich kritisierte in einem Zeit-Artikel nicht nur Schecks Rezensionsstil, sondern auch die ARD, die ihn decke. Sie fragte, ob das Format der Sendung unnötige Härte sogar fördere.

Der Streit wirft Fragen auf, wie literarische Kritik im öffentlichen Rundfunk präsentiert werden sollte. Scheck bleibt bei seiner bewährten Methode, doch die Debatte hat die Diskussion über Fairness und Tonfall in Buchbesprechungen in den Fokus gerückt. Sowohl Passmann als auch von Kürthy haben klar gemacht: Sexistische Abwertungen werden sie nicht länger unwidersprochen hinnehmen.

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