NRW lehnt flächendeckende Stallpflicht für Geflügel trotz Forderungen ab
Klaus-Günter SölzerKeine fl├Ąchendeckende Hühnerverschlüsselung in NRW - NRW lehnt flächendeckende Stallpflicht für Geflügel trotz Forderungen ab
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat Forderungen nach einer flächendeckenden Stallpflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen (NRW) zurückgewiesen. Die Entscheidung fällt nach Druck des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), der sich für eine bundesweite Verpflichtung eingesetzt hatte, Vögel ausschließlich in Innenhaltung zu halten. Gorißen, Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), verwies auf Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes sowie der finanziellen Belastung für kleine Betriebe.
Der ZDG hatte eine verpflichtende Umstellung auf Innenhaltung für sämtliches Geflügel im gesamten Land gefordert. Der Vorschlag zielte darauf ab, Krankheitsrisiken zu verringern, stieß jedoch auf Widerstand seitens der Landesbehörden. Gorißens Ablehnung unterstreicht die Belastung, die eine plötzliche Stallhaltung für Freilandgeflügel bedeuten würde – viele dieser Tiere sind an Auslauf gewöhnt.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte, dass Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung in die Zuständigkeit der Länder fallen. Jede Entscheidung müsse, so die Beamten, Gesundheitsrisiken mit praktischen und wirtschaftlichen Auswirkungen abwägen. Ein pauschales Verbot, warnten die Verantwortlichen, könnte kleinere Betriebe, die ohnehin schon mit knappen Margen arbeiten, unverhältnismäßig hart treffen.
NRW wird vorerst keine generelle Stallpflicht einführen. Der Ansatz des Landes priorisiert den Tierschutz, berücksichtigt jedoch auch die wirtschaftlichen Herausforderungen für Geflügelhalter. Sollten sich die Krankheitsrisiken in Zukunft verschärfen, könnte die Debatte jedoch erneut aufflammen.






