NRW-Bauministerin will Wohngeld-Reform – doch die Kritik wächst
Nordrhein-Westfalens Bauministerin fordert Reform des Wohngeldsystems
Ina Scharrenbach (CDU), Bauministerin von Nordrhein-Westfalen, hat weitreichende Änderungen am deutschen Wohngeldsystem angemahnt. Während sie Bürokratie abbauen und Kosten senken will, plädieren andere Politiker für strengere Mietpreisbremse oder lehnen Kürzungen bei den Sozialleistungen ab. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund, dass das Bundesbauministerium mit einer Haushaltskürzung von einer Milliarde Euro konfrontiert ist.
Scharrenbach schlug vor, die gesetzliche Pflicht zur schriftlichen Antragstellung für Wohngeld abzuschaffen. Diese Regelung kostet ihr Bundesland jährlich 2,2 Millionen Euro. Durch den Verzicht darauf ließen sich nicht nur Mittel einsparen, sondern auch das Verfahren für Antragsteller vereinfachen.
Unterdessen kündigte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) an, den Etat des Bauministeriums um eine Milliarde Euro zu kürzen. Die Einsparungen sollen durch eine Umstrukturierung der Wohngeldzahlungen erzielt werden – konkrete Details stehen jedoch noch aus.
Kritik an den Plänen ließ nicht lange auf sich warten. Sahra Mirow, wohnungspolitische Sprecherin der Linken, warnte, dass Kürzungen beim Wohngeld die Obdachlosigkeit verschärfen würden. Sie bezeichnete den Schritt als ungerecht gegenüber einkommensschwachen Haushalten.
Die grüne Abgeordnete Mayra Vriesema schlug einen anderen Weg ein. Statt die Leistungen zu kürzen, forderte sie verschärfte Mietpreisbremse, um die Wohnkosten zu senken und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu verringern.
Das Wohngeldsystem steht nun vor widersprüchlichen Forderungen: Scharrenbachs Vorschlag zielt auf Bürokratieabbau, Klingbeils Kürzungen auf Haushaltskonsolidierung. Gegner befürchten jedoch, dass die Änderungen sozial Schwache benachteiligen – weitere Konflikte in der Wohnungspolitik sind in den kommenden Monaten absehbar.






