Neuer Lebensraum für die seltene Zauneidechse bei Vlothoer Burg entsteht
Norbert ThiesNeuer Lebensraum für die seltene Zauneidechse bei Vlothoer Burg entsteht
1.400 Quadratmeter großer Hang nahe der Vlothoer Burg werden zum neuen Lebensraum für die seltene Zauneidechse
Ein von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford geleitetes Projekt verwandelt einen Hang in der Nähe der Vlothoer Burg in ein Refugium für eine der am strengsten geschützten Reptilienarten Deutschlands. Die Bauarbeiten sollen Ende 2025 beginnen; während dieser Zeit kommt es zu vorübergehenden Wegesperrungen.
Die Zauneidechse gedeiht in warmen, offenen Landschaften mit lockerem Boden – Lebensräume, die im Kreis Herford zunehmend selten geworden sind. Nur noch wenige Populationen existieren, vor allem im Raum Vlotho. Eine erfolgreiche Umsiedlung während der Sanierung der Vlothoer Burg zeigte 2025 erste Fortpflanzungserfolge und bestätigte damit die Eignung des Gebiets.
Gestaltung des neuen Lebensraums Der freigeräumte Hang erhält im oberen Bereich flache, terrassierte Erdwälle, Steinhaufen und Felsrücken – ideale Sonnen- und Versteckplätze für die Eidechsen. Im unteren Bereich entstehen artenreiche Magerwiesen, die mit regionalem Wildblumensaatgut angesät werden, um Insekten anzulocken und das Ökosystem zu stärken.
Baubeginn und Einschränkungen Die Erdarbeiten sind für November 2025 vorgesehen, wetterabhängig. Während dieser Phase wird der Coringenweg unter der Burg gesperrt; eine Umleitung führt über den Apothekerweg. Die Verwaltung bittet Spaziergänger um Verständnis für die vorübergehenden Beeinträchtigungen. Als Ausgleich für die Entwidmung der Fläche als Wald wird ein 3.000 Quadratmeter großes Grundstück in Vlotho-Exter aufgeforstet.
Das Projekt schafft nicht nur einen dauerhaften Lebensraum für Zauneidechsen und andere seltene Arten, sondern gleicht durch die Aufforstung auch den Verlust von Waldfläche an anderer Stelle in Vlotho aus. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich Ende 2025, wobei Umleitungen für die Öffentlichkeit eingerichtet werden.






