27 March 2026, 00:33

Neuer Castor-Transport rollt nach Ahaus – Proteste trotz ruhiger Fahrt

Große Menschenmenge bei einer Straßenkundgebung gegen Atomkraft in Deutschland, mit Transparenten und Fahnen, sowie Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund.

Neuer Castor-Transport rollt nach Ahaus – Proteste trotz ruhiger Fahrt

Am frühen Mittwochmorgen traf eine Lieferung mit atomarem Abfall in Ahaus ein – fast 28 Jahre nach der ersten großen Anlieferung, die damals massenhafte Proteste ausgelöst hatte. Der jüngste Transport, bei dem ein Castor-Behälter mit rund 300.000 Brennelementen befördert wurde, stieß trotz fehlender Zwischenfälle entlang der Strecke auf Demonstranten.

Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr und legte 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen zurück. Ohne Störungen erreichte er das Zwischenlager, das etwa zwei Kilometer von Ahaus entfernt liegt.

Entlang der Route versammelten sich Protestierende, wobei Organisatorinnen wie Hanna Poddig mit der Polizei verhandelten, um Demonstranten die Anreise per Fahrrad zu ermöglichen. Poddig argumentierte, dass die fehlende Endlagerstätte für atomaren Abfall in Deutschland alle solchen Transporte stoppen müsse.

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Patrick Schlüter, kritisierte den Zeitpunkt der Aktion als "ungünstig gewählt", da die Sicherheitskräfte bereits stark ausgelastet seien. Innenminister Herbert Reul zeigte sich hingegen zuversichtlich, dass sich mit der Zeit ein "Gewöhnungseffekt" einstellen werde – künftig könnten bis zu drei Castor-Transporte gleichzeitig stattfinden.

Dieser Transport ist der zweite seit 2022; in den kommenden Monaten sind 152 Behälter zur Verbringung geplant. Der erste verließ Jülich am 24. März 2026, nachdem es jahrelange Verzögerungen und öffentlichen Widerstand gegeben hatte.

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Der aktuelle Castor-Behälter traf zwar sicher ein, doch die Proteste gegen die ungelöste Frage der atomaren Endlagerung in Deutschland halten an. Weitere Transporte stehen an, wobei die Behörden mit anhaltenden Demonstrationen und logistischen Herausforderungen rechnen.

Quelle