Menden ehrt Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit neuem Platznamen
Klaus-Günter SölzerZum Geburtstag: Menden eröffnet den Margot Friedländer-Platz - Menden ehrt Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit neuem Platznamen
Ein zentraler Platz in Menden wird bald den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Der Stadtrat beschloss einstimmig, den Platz in der Nähe des Rathauses zu ihren Ehren umzubenennen. Friedländer, die im Mai 2023 im Alter von 103 Jahren verstorben ist, widmete ihr Leben der Aufklärung junger Menschen über den Holocaust.
Die Umbenennung geht auf einen Vorschlag lokaler Schülerinnen und Schüler zurück, die sich im Netzwerk "Augen auf!" engagieren. Ihre Kampagne begann noch zu Friedländers Lebzeiten und spiegelt die tiefe Verbundenheit wider, die sie zur Gemeinschaft aufbaute.
Margot Friedländer wurde in eine jüdische Familie hineingeboren und erlitt während der NS-Zeit Verfolgung, bevor sie nach New York floh. Dort lebte sie über 60 Jahre, ehe sie nach Deutschland zurückkehrte. Nach ihrer Rückkehr setzte sie sich unermüdlich für die Erinnerung an den Holocaust ein und besuchte regelmäßig Schulen, um sicherzustellen, dass die jüngeren Generationen die Vergangenheit nicht vergessen.
In Menden regten Schüler des "Augen auf!"-Netzwerks – einer Initiative gegen Ausgrenzung und für die Würde des Menschen – erstmals an, einen Platz nach ihr zu benennen. Der Stadtrat nahm den Vorschlag nach ihrem Tod an, und der Platz wird offiziell am kommenden Mittwoch, ihrem Geburtstag, um 18 Uhr als Margot-Friedländer-Platz eingeweiht.
Die feierliche Widmung umfasst Videoaufnahmen mit Friedländers Zeitzeugenberichten sowie eine Botschaft des Sängers Max Raabe. Unterdessen plant auch Berlin ähnliche Ehrungen: Der Senat der Stadt arbeitet gemeinsam mit der Margot-Friedländer-Stiftung an einer würdigen Gedenkveranstaltung.
Der neue Margot-Friedländer-Platz wird als bleibende Erinnerung an ihren Mut und ihr Engagement für Bildung dienen. Die Zeremonie markiert den Höhepunkt der Bemühungen von Schülerinnen, Schülern und lokalen Verantwortlichen, ihr Vermächtnis zu bewahren. Ihre Geschichte wird durch diese öffentliche Ehre auch künftige Generationen erreichen.






