30 March 2026, 10:32

Massendemonstrationen in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und digitalen Missbrauch

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feminist' auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massendemonstrationen in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und digitalen Missbrauch

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten füllten am Sonntag die Bonner Innenstadt, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Kundgebung, unterstützt von einem überparteilichen Bündnis lokaler Politiker, folgte noch größeren Protesten in Köln am Vortag. Beide Veranstaltungen spiegelten die wachsende öffentliche Empörung über Missbrauch und digitale Gewalt gegen Frauen wider.

Über 500 Menschen versammelten sich vor dem alten Rathaus auf dem Bonner Marktplatz. Die Demonstration wurde von einem breiten Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, die CDU, die SPD und Volt. Jede Rednerin und jeder Redner bei der Veranstaltung forderte Männer auf, sich stärker gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen und entschiedener gegen Gewalt vorzugehen.

Schon am Samstag hatten in Köln mehr als 5.000 Menschen demonstriert – ein Zeichen für die große Betroffenheit in der gesamten Rheinregion. Die Proteste folgten einem Spiegel-Bericht, in dem der Schauspieler Christian Ulmen beschuldigt wird, seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, digital missbraucht zu haben.

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Auf der Bonner Kundgebung forderten CDU-Politikerinnen der Frauen-Union bessere Schutzmaßnahmen für Frauen. Ihre Appelle stießen beim Publikum auf verhaltene Reaktionen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte zudem Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze gegen Gewalt an Frauen einzusetzen.

Aufgrund des öffentlichen Drucks haben deutsche Behörden nun versprochen, rechtliche Grauzonen bei digitaler Gewalt zu schließen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, die Erstellung und Verbreitung nicht konsensualer Deepfake-Pornografie unter Strafe zu stellen. Der Schritt folgt EU-Vorgaben, die Deutschland bis Juni 2027 umsetzen muss.

Die Proteste in Bonn und Köln erhöhen den Druck auf die Politik, endlich zu handeln. Neue Gesetze gegen digitale Gewalt sind in Arbeit, mit verschärften Strafen ist zu rechnen. Aktivistinnen und Aktivisten fordern weiterhin umfassendere Maßnahmen, um Frauen sowohl im Netz als auch im echten Leben besser vor Gewalt zu schützen.

Quelle