14 March 2026, 12:30

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat den Internationalen Karlspreis nun endlich persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in ihrer Heimat. Die Ehrung fand während einer Feier im Krönungssaal von Aachen statt – fast zwei Jahre, nachdem die Verleihung erstmals bekannt gegeben worden war.

Kolesnikowa war wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten 2020 gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu elf Jahren Haft in einer belarussischen Strafkolonie verurteilt worden. Ihre Inhaftierung dauerte bis Dezember 2025 an, ehe sie freigelassen wurde und später in Deutschland politisches Asyl erhielt.

Der jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Kolesnikowa erhielt ihn 2022 für ihren "außergewöhnlichen Mut". Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Während ihrer Haftzeit war die Nachricht über die Auszeichnung für sie ein "mächtiges Zeichen der Solidarität" gewesen.

Seit ihrer Freilassung setzt Belarus unter Lukaschenko, einem engen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, seine autoritäre Politik fort. Die Regierung nutzt politische Gefangene weiterhin als Druckmittel, unterdrückt Oppositionsgruppen und sieht sich wegen Deportationen und digitaler Isolation Kritik der UN ausgesetzt. Trotz geopolitischer Spannungen – etwa durch die Stationierung russischer Atomwaffen – hat es jedoch keine Massenproteste wie 2020 mehr gegeben.

Kolesnikowas Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der Belarus weiterhin unter Lukaschenkos strenger Kontrolle steht und die Repression anhält. Der Preis unterstreicht ihren langjährigen Kampf für Demokratie, während sich die politische Lage im Land nicht entspannt. Mittlerweile lebt sie in Deutschland, wo sie sich weiterhin für einen Wandel in ihrer Heimat einsetzt.

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