14 March 2026, 06:57

Loriots europäische Drehorte: Vom Starnberger See bis nach Italien und Prag

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Loriots europäische Drehorte: Vom Starnberger See bis nach Italien und Prag

Vicco von Bülow – alias Loriot – hinterließ ein Erbe aus Filmen, Sketchen und Büchern, die noch Jahrzehnte später geliebt werden. Während viele annehmen, seine Werke seien in seinem ikonischen Haus am Starnberger See entstanden, zeigen Aufzeichnungen: Die Dreharbeiten führten ihn quer durch Europa. Nun hat das Anwesen einen neuen Besitzer mit engen Bezügen zum deutschen Kulturerbe.

Loriots Karriere begann in den 1950er-Jahren mit satirischen Büchern wie "Der unentbehrliche Ratgeber für das Benehmen in feiner Gesellschaft" und "Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick". Sein scharfer Witz prägte bald auch Fernsehen und Kino, wo er zwei abendfüllende Komödien schuf: "Ödipussi" (1988) und "Pappa ante Portas" (1991), beide mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle.

Doch die Drehorte dieser Werke lagen weit über Deutschlands Grenzen hinaus. "Ödipussi" entstand unter anderem im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien. "Pappa ante Portas" nutzte den Ahlbecker Pier auf Usedom für Renate Lohses Geburtstagsfeier ihrer Mutter, während die Schlüsselszene – Heinrich Lohses Kündigung – im Axel-Springer-Haus in Berlin-Kreuzberg gedreht wurde. Weitere Aufnahmen entstanden in Prag, Tschechien, und Wien, Österreich, wie Produktionsnotizen und Filmarchive belegen.

Einer von Loriots berühmtesten Sketchen, "Zimmerwütend" (1976), zeigte sein Talent, aus kleinen Missgeschicken eine eskalierende Katastrophe zu machen. Trotz seiner ausgedehnten Reisen für Dreharbeiten blieb sein Haus am Starnberger See jedoch ein privater Rückzugsort – kein Filmset.

Nun hat der Moderator Günther Jauch das Anwesen erworben. Als Kenner von Loriots Humor setzt er sich bereits seit Langem für den Erhalt kultureller Stätten ein, etwa bei der Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam.

Der Verkauf von Loriots Haus am Starnberger See leitet ein neues Kapitel für ein Anwesen ein, das mit einem der einflussreichsten Komiker Deutschlands verbunden ist. Mit Jauch als Eigentümer bleibt das Erbe in Händen eines Mannes, der dessen kulturelle Bedeutung schätzt. Loriots Filme und Sketche hingegen unterhalten weiter – gedreht an Orten in ganz Europa, nicht nur an seinem Seegrundstück.

Quelle