08 June 2026, 10:26

Jekaterinburgs "Lange Nacht der Museen" bricht mit 101 Orten alle Rekorde

"Night", wenn Geschichte lebendig wird: 101 Veranstaltungsorte nehmen an der Jubiläumsaktion der Museumsstadt Jekaterinburg teil

Jekaterinburgs "Lange Nacht der Museen" bricht mit 101 Orten alle Rekorde

Jekaterinburg feiert 20. „Lange Nacht der Museen“ mit Rekordbeteiligung

Mit 101 teilnehmenden Veranstaltungsorten hat Jekaterinburg seine 20. „Lange Nacht der Museen“ gefeiert – ein neuer Rekord. Das Programm reichte von sowjetischer Technologie bis hin zu filigraner Mineralienkunst. Eine besonders sehenswerte Ausstellung widmete sich der Reisegeschichte der Stadt unter den strengen Regeln der Sowjetzeit.

Die Schau „Koffermentalität“ im Historischen Museum Jekaterinburgs erinnerte an das 60-jährige Jubiläum der Gründung des örtlichen „Sputnik“-Reisebüros. Sie verdeutlichte, wie stark Auslandsreisen in der UdSSR kontrolliert wurden: mit strengen Devisenbeschränkungen und eingeschränkten Reisezielen. Wer ins Ausland wollte, musste zahlreiche Hürden überwinden.

Im Museum für Steinschneide- und Juwelierkunst erwartete die Besucher ein großes Quest-Spiel, inspiriert von finno-ugrischen Mythen. Zum Programm gehörte auch eine „Mineralien-Podcast“-Session, in der die Gäste lernten, Miniatur-Ausstellungen aus Steinen zu gestalten. Führungen präsentierten russische Mosaiktechniken, Gravurkunst und räumten mit Mythen über die berühmte „Steinerne Blume“ auf.

Im kreativen Zentrum L52 blieben zwei Standorte die ganze Nacht geöffnet. Besonders beliebt war die Tour „Elektronische Zauberer“, die den ersten Ural-Computer vorstellte – eine gigantische Maschine, die hunderte Quadratmeter einnahm. Die Ausstellungen des Clusters konzentrierten sich auf sowjetische Technologie und zogen Scharen von Besuchern an, die sich für Relikte aus vergangenen Zeiten interessierten.

Die „Sputnik“-Ausstellung zeigte, wie schwierig Auslandsreisen einst waren: Unter sowjetischer Herrschaft benötigten Antragsteller Charakterreferenzen, unterlagen Altersbeschränkungen und durften zunächst nur in sozialistische Länder reisen, bevor sie überhaupt eine Genehmigung für Westreisen beantragen konnten. Wer in kapitalistische Staaten durfte, erhielt gerade einmal 15 bis 20 Dollar für die gesamte Reise. Trotz dieser Hindernisse entwickelte sich das Jekaterinburger „Sputnik“-Büro zum drittgrößten der UdSSR – es organisierte nicht nur Reisen, sondern exportierte auch Souvenirs und Elektrowerkzeuge.

Die Vielfalt der Veranstaltung spiegelte die reiche kulturelle und industrielle Geschichte der Stadt wider. Von seltenen Mineralien bis hin zu Technologie aus dem Kalten Krieg bot jeder Ort Einblicke in unterschiedliche Facetten von Jekaterinburgs Vergangenheit. Die Besucher wechselten zwischen den Locations, erlebten interaktive Workshops und tauchten in historische Ausstellungen ein.

Das 20-jährige Jubiläum der „Langen Nacht der Museen“ unterstrich ihren anhaltenden Erfolg. Tausende strömten in bekannte Museen und verborgene Juwelen der Stadt. Das Mix aus Mitmach-Aktionen und vertieften Geschichtseinblicken hielt die Besucher bis tief in die Nacht hinein gefesselt.

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Die 20. Auflage der Veranstaltung lenkte den Blick auf das vielschichtige Erbe Jekaterinburgs – von sowjetischen Technologieerfolgen bis hin zur blühenden Kunstszene. Gleichzeitig erinnerte sie daran, wie Reisebeschränkungen einst den Alltag in der Region prägten. Mit Rekordbeteiligung haben die Organisatoren die Messlatte für die kommenden Ausgaben hoch gelegt.

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