Inflation steigt bis Dezember 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt auf Verbraucher zukommt
Norbert ThiesInflation steigt bis Dezember 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt auf Verbraucher zukommt
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – die Prognosen deuten auf einen Sprung auf 4,6 Prozent im Dezember hin. Dieser Anstieg folgt auf eine Phase relativer Stabilität, wobei auch die durchschnittliche Jahresrate für 2026 auf 3,5 Prozent nach oben korrigiert wurde. Als Hauptgrund für die erwarteten Preistreibereien gilt nun die eskalierende Krise am Persischen Golf, die durch einen US-Angriff auf den Iran ausgelöst wurde.
Die aktuellen Inflationssorgen kommen, nachdem Deutschland 2022 mit einer Spitze von über zehn Prozent zu kämpfen hatte; der Jahresdurchschnitt lag damals bei 6,9 Prozent. Die neuesten Prognosen, die sich an den Preisentwicklungen der Energiekrise von 2022 orientieren – ausgelöst durch Russlands Krieg gegen die Ukraine –, deuten auf einen erneuten Druck auf die Verbraucherpreise hin.
Um die finanzielle Belastung abzufedern, führt die Regierung ab dem 1. Mai 2024 eine vorübergehende Spritpreissenkung ein. Damit werden die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro gewähren – eine direkte Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen des US-Israel-Konflikts mit dem Iran.
Die Lage stellt die Europäische Zentralbank (EZB) vor eine Herausforderung. Diese hatte 2022 ihre Geldpolitik umgekehrt, um die Inflation einzudämmen. Angesichts anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums und steigender Preise herrscht jedoch große Unsicherheit über die nächsten Schritte. Markus Demary, Geldpolitikexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), fordert die Regierung auf, einkommensschwache Haushalte durch eine Erhöhung der Entfernungspauschale zu entlasten.
Der erwartete Inflationsschub auf 4,6 Prozent bis Dezember 2024 wird die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Deutschlands auf die Probe stellen. Vorübergehende Maßnahmen wie die Senkung der Spritsteuern und die Ausgleichsboni sollen die unmittelbaren Folgen abmildern. Gleichzeitig bleibt ein mögliches Eingreifen der EZB ein entscheidender Faktor dafür, wie das Land diese Phase finanzieller Instabilität bewältigt.






