GLS Bank in der Kritik: Kontosperren lösen Protestwelle und Vertrauenskrise aus
Ingetraut AustermühleGLS Bank in der Kritik: Kontosperren lösen Protestwelle und Vertrauenskrise aus
Nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe durch die GLS Bank brachen Proteste aus. Der Schritt löste breite Kritik aus – Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, der eine Rücknahme der Entscheidung forderte. Auf einer jüngst abgehaltenen Mitgliederversammlung in Bochum wurde die Bankführung trotz der Kontroverse im Amt bestätigt.
Der Streit begann, als die GLS Bank die Konten der DKP kündigte und dabei auf rechtliche und regulatorische Verpflichtungen verwies. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der Bank vor, aus „vorauseilendem Gehorsam“ zu handeln, um ihre US-Geschäftsinteressen zu schützen. Auch die Rote Hilfe sah sich von Kontoschließungen betroffen, doch ein Gericht verfügte später, dass die Sparkasse Göttingen die Konten vorläufig wiederherstellen muss.
Die Führungsetage der GLS Bank wies politische Voreingenommenheit zurück und betonte, die Entscheidungen seien strikt nach Compliance-Vorgaben getroffen worden. Man berief sich auf Aufsichtsbestimmungen, die die unverzügliche Meldung verdächtiger Transaktionen vorschreiben. Trotz des öffentlichen Widerstands stimmten auf der Mitgliederversammlung 676 von 720 Anwesenden für die Beibehaltung der aktuellen Führung.
Die Versammlung, die im Rahmen eines Nachhaltigkeitsfestivals stattfand, wurde vom früheren grünen Vizekanzler Robert Habeck besucht. Unterdessen ging die GLS Bank auf betroffene Kunden zu und gab Hinweise, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die weitere Prüfungen auslösen könnten. Durch die Proteste und den öffentlichen Druck wurden die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank wieder freigegeben, während der Status der DKP weiterhin unklar bleibt.
Die Affäre stellt die GLS Bank vor eine Bewährungsprobe: Kritiker hinterfragen, wie die Bank regulatorische Pflichten mit politischer Neutralität in Einklang bringt. Zwar bleiben die Konten der Roten Hilfe vorerst offen, doch der Fall der DKP zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Finanzinstituten und aktivistischen Gruppen. Die Bankführung steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Kunden zu wahren – ohne dabei rechtliche Vorgaben zu vernachlässigen.






