14 March 2026, 12:30

"Fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben: Verkaufszahlen brechen ein – doch es geht um mehr als Auflagen

Eine Schwarz-Weiß-Anzeige für die Portlander Bibliotheksvereinigung, die Text enthält.

"Fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben: Verkaufszahlen brechen ein – doch es geht um mehr als Auflagen

Fiftyfifty, ein Magazin, das in Düsseldorf von obdachlosen und marginalisierten Verkäufer:innen angeboten wird, verzeichnet einen drastischen Rückgang seiner Auflage. Während einst 40.000 Exemplare gedruckt wurden, liegen die Verkaufszahlen heute bei weniger als 12.000. Der Schwund spiegelt die allgemeinen Schwierigkeiten der Printmedien wider – und eine wachsende Feindseligkeit gegenüber Straßenverkäufer:innen.

Doch die Zeitschrift bleibt für viele eine Überlebenshilfe: Sie bietet Obdachlosen Würde und ein kleines Einkommen. Zudem finanziert sie wichtige Unterstützungsprojekte – von der medizinischen Versorgung streunender Hunde bis hin zu Wohninitiativen.

Gegründet von Hubert Ostendorf, ist fiftyfifty seit Langem mehr als nur ein Magazin. Viele Verkäufer:innen, darunter zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund, sind auf die Zeitschrift als finanzielle Stütze und Gemeinschaft angewiesen. Gleichzeitig dient sie als Sprachrohr, das auf Ungerechtigkeiten gegenüber Obdachlosen aufmerksam macht und Diskriminierung anprangert.

Um die steigenden Kosten zu decken, wurde der Preis pro Ausgabe auf 3,40 Euro erhöht. Das Magazin erscheint sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form – die Online-Ausgabe ObdachLOS funktioniert wie eine Loskarte: Die Verkäufer:innen erhalten weiterhin die Hälfte des Verkaufspreises. Die Finanzierung stammt hauptsächlich aus dem Verkauf, doch auch Spenden und eine Wohltätigkeitsgalerie tragen dazu bei.

Ohne fiftyfifty stünden essenzielle Hilfsangebote vor dem Aus. Die Zeitschrift hält das Thema Obdachlosigkeit in der öffentlichen Debatte präsent und verbindet Verkäufer:innen, Leser:innen und die Gesellschaft. Doch der Rückgang der Verkaufszahlen gefährdet diese Bemühungen – während Rassismus und Ablehnung gegenüber Straßenverkäufer:innen zunehmen.

Der Auflagenrückgang bedroht lebenswichtige Projekte, von der Straßenhilfe bis zur Wohnungsvermittlung. Zwar passt sich fiftyfifty weiterhin an, doch seine Zukunft hängt davon ab, den Verkaufsrückgang umzukehren. Das Magazin bleibt eine wichtige Stimme für Obdachlose in Düsseldorf – doch sein Fortbestand ist unsicher.

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