15 March 2026, 06:32

EU-Saatgutgesetz bedroht Existenz kleiner Anbieter und seltene Sorten

Ein Plakat für Rohrer's Saatgut-Jahrbuch 1942 mit einer bunten Blumen- und Pflanzenvielfalt, einer Person, einem Haus, Bäumen und einem klaren blauen Himmel sowie Texten über die Saatgut-Vorteile.

EU-Saatgutgesetz bedroht Existenz kleiner Anbieter und seltene Sorten

Ein geplanter EU-Rechtsakt zur Saatgutproduktion hat bei kleinen Anbietern und Hobbygärtnern Besorgnis ausgelöst. Das neue Gesetz, das derzeit verhandelt wird, könnte strenge Zertifizierungsvorschriften und hohe Gebühren für Saatguthersteller einführen. Kritiker warnen, dass dies Nischenanbieter in die Insolvenz treiben und den Zugang zu vielfältigen Sorten einschränken könnte.

Die Verhandlungen über die genauen Bestimmungen des Gesetzes begannen im Februar 2026. Während das Europäische Parlament Ausnahmen fordert, um kleine Produzenten zu schützen, setzt der Rat der Agrarminister auf einen strengeren Kurs mit verschärften Kontrollen.

In Düsseldorf fürchten viele kleine Saatguthersteller, dass die Änderungen ihre Existenz bedrohen könnten. Michael Bonke, Organisator des Düsseldorfer Saatgutfestes, warnte, dass hohe Gebühren einige Betriebe zur Schließung zwingen könnten. Unterdessen arbeiten Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss daran, die biologische Vielfalt zu bewahren, indem sie kostenlos Saatgut verleihen.

Auch Hobbygärtner und Selbstversorger haben Alarm geschlagen. Die lokale Gärtnerin Anne Mommertz befürchtet, dass seltene Sorten verschwinden könnten, falls die Verordnung in Kraft tritt. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verzeichnet eine starke Nachfrage nach bestimmten Saatgutsorten – ein Zeichen dafür, dass Gärtner auf Nischenanbieter für besondere Optionen angewiesen sind.

Ohne diese kleinen Betriebe könnten Hobbygärtner bald auf standardisiertes Saatgut großer Industriekonzerne angewiesen sein. Das Ergebnis der EU-Gespräche wird entscheiden, ob traditionelle und seltene Sorten weiterhin verfügbar bleiben.

Die endgültige Fassung der Verordnung wird noch diskutiert. Sollte sie verabschiedet werden, könnte sie den Saatgutmarkt grundlegend verändern – mit weniger Auswahl für Gärtner und existenziellen Risiken für kleine Produzenten. Die Zukunft vieler seltener Pflanzensorten hängt nun vom Ausgang der Verhandlungen ab.

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