Duisburger Hafen: Arbeiter prangern Löhne und Arbeitsbedingungen an – Verdi fordert Tarifvertrag
Norbert ThiesDuisburger Hafen: Arbeiter prangern Löhne und Arbeitsbedingungen an – Verdi fordert Tarifvertrag
Beschäftigte im Duisburger Hafen erheben schwere Vorwürfe wegen Löhne und Arbeitsbedingungen
Arbeiter im Duisburger Hafen haben ernste Bedenken zu Bezahlung und Arbeitsbedingungen geäußert. Vier Mitarbeiter schilderten auf einer Pressekonferenz, dass die Löhne und Bedingungen bei der Duisport deutlich schlechter seien als in den benachbarten öffentlichen Häfen. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Spannungen zwischen Belegschaft, Unternehmensführung und der Gewerkschaft Verdi weiter verschärfen.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Behauptung von Duisport, man zahle "übertarifliche" Löhne – und das ohne einen formalen Tarifvertrag. Verdi widerspricht dem jedoch und verweist auf Einstiegsgehälter von nur 2.750 Euro für Arbeiter. Sören Brandes, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, forderte einen flächendeckenden Tarifvertrag, der sowohl den Duisburger Hafen als auch die Duisport AG umfasst.
Duisport betont zwar, dass alle Kranführer gleich entlohnt würden, doch die Beschäftigten werfen dem Unternehmen vor, die Gehälter würden individuell ausgehandelt – mit der Folge von Ungereimtheiten. Das Unternehmen, zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln des Landes Nordrhein-Westfalen, sieht sich zudem mit Kritik an seinem Betriebsrat konfrontiert. Verdi wirft diesem vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten; Brandes bezeichnete ihn als "nichts weiter als einen Hofhund". Die Gewerkschaft behauptet außerdem, sie sei gezielt von wichtigen Betriebsratssitzungen ausgeschlossen worden.
Eine aktuelle, wenn auch nicht repräsentative Umfrage von Verdi ergab, dass 95 Prozent von über 200 Beschäftigten bei Duisport, dessen Tochtergesellschaften und anderen nicht tarifgebundenen Hafenbetrieben einen Tarifvertrag befürworten. Der Betriebsrat hat bisher nicht auf Anfragen zu einer Stellungnahme reagiert.
Der Konflikt offenbart tiefe Gräben zwischen der Duisport-Führung, der Belegschaft und Verdi. Während die Arbeiter für standardisierte Löhne und bessere Bedingungen kämpfen, stellt die Gewerkschaft die Lohnangaben des Unternehmens weiterhin infrage. Das Ergebnis des Streits könnte die künftigen Arbeitsbeziehungen in einem der wichtigsten deutschen Häfen prägen.






