Drohnen-Flugverbot über NRW-Autobahnen: Warum jetzt Castor-Transporte betroffen sind
Klaus-Günter SölzerDrohnen-Flugverbot über NRW-Autobahnen: Warum jetzt Castor-Transporte betroffen sind
Drohnen-Flugverbot über Schlüsselautobahnen in Nordrhein-Westfalen
Über wichtige Verkehrsadern in Nordrhein-Westfalen – von Jülich bis Ahaus – gilt seit Kurzem ein Flugverbot für Drohnen. Die Maßnahme fällt zusammen mit einem bevorstehenden Castor-Transport von atomarem Abfall und wirft Fragen zur Sicherheit sowie zum öffentlichen Zugang zu sensiblen Informationen auf.
Das Flugverbot ist auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums (dipul.de) verzeichnet. Betroffen ist die Route, auf der Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden sollen. Solche Transporte gelten seit Langem als mögliche Ziele für Terroranschläge oder als Kristallisationspunkte für Proteste.
Ursprünglich waren die genauen Transportwege ab Mittwochabend bis Donnerstag online einsehbar. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) bestätigte die kurze öffentliche Verfügbarkeit der Daten, bevor diese wieder entfernt wurden. Eine Anfrage an das Verkehrsministerium nach einer Stellungnahme blieb bisher unbeantwortet.
Offiziell unterliegen die Routen von Castor-Transporten der Geheimhaltung. Trotz des Drohnenverbots wurden von den Behörden keine weiteren Sicherheitsvorkehrungen öffentlich bestätigt. Die mangelnde Transparenz lässt zentrale Fragen offen, etwa wie der Transport vor Störungen oder Risiken geschützt werden soll.
Der anstehende Castor-Transport bleibt in undurchsichtiges Geheimnis gehüllt – einzig das Drohnenverbot deutet auf erhöhte Vorsichtsmaßnahmen hin. Ohne offizielle Bestätigung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich möglicher Schwachstellen. Die einst kurzzeitig sichtbare Route ist nun wieder der Öffentlichkeit entzogen.






