Dortmunds Streit um Neonazi-Grab spaltet Stadt und löst Protestwelle aus
Raymund LindauDortmunds Streit um Neonazi-Grab spaltet Stadt und löst Protestwelle aus
In Dortmund hat die Beisetzung eines verstorbenen Neonazis für steigende Spannungen gesorgt und in diesem Jahr bereits mehrere Proteste ausgelöst. Die Stadt verweigert ein erkennbares Grab für Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, da sie befürchtet, es könnte zu einer Pilgerstätte der rechtsextremen Szene werden. Rechtsextremisten haben wiederholt in Münster gegen diese Entscheidung demonstriert.
Die Dortmunder Behörden lehnten ein gekennzeichnetes Grab für Borchardt ab, um zu verhindern, dass Neonazis den Ort zu einer Wallfahrtsstätte umfunktionieren. Als Reaktion darauf veranstalteten rechtsextreme Gruppen drei Kundgebungen vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster am Aegidiikirchplatz.
Rechtsextremisten hatten zudem eine Demonstration in Münster für Heiligabend geplant, diese jedoch später abgesagt. Unterdessen beabsichtigt das antifaschistische Bündnis Kein Meter den Nazis, an diesem Tag dennoch eine Gegenkundgebung durchzuführen. Die Gruppe begrüßte die Rücknahme der angemeldeten rechtsextremen Veranstaltung.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob Borchardts Grab anonym bleiben soll. Die Haltung Dortmunds zielt darauf ab, zu verhindern, dass der Ort rechtsextreme Versammlungen anzieht. Die Lage bleibt angespannt, da beide Seiten sich auf weitere Aktionen vorbereiten.






