Bundesbank will Bargeld auf volle fünf Cent runden – was das bedeutet
Klaus-Günter SölzerBundesbank will Bargeld auf volle fünf Cent runden – was das bedeutet
Die Deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Mit dem Vorstoß sollen die Kosten für die Herstellung und Handhabung von Kleingeld gesenkt werden. Noch immer werden in Deutschland fast die Hälfte aller Einkäufe im Laden bar bezahlt, wie eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigt.
Nach dem neuen Plan würde ein Produkt, das 3,99 Euro kostet, beim Barzahlen auf 4,00 Euro aufgerundet. Ein Artikel für 2,02 Euro würde hingegen auf 2,00 Euro abgerundet. Dadurch würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen schrittweise aus dem Zahlungsverkehr verschwinden, blieben aber weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Mehrere europäische Länder wenden bereits ähnliche Systeme an. Finnland, die Niederlande und Irland runden Bargeldzahlungen ebenfalls auf volle fünf Cent. Kein Land hat die kleinsten Münzen jedoch vollständig abgeschafft – dafür wäre eine Entscheidung auf EU-Ebene nötig.
Die Bundesbank argumentiert, dass die Prägung, Verpackung und der Transport der winzigen Münzen teuer seien. Einige deutsche Supermärkte, besonders in Nordrhein-Westfalen, lassen Kunden bereits jetzt freiwillig auf volle zehn Cent aufrunden, wobei der Differenzbetrag an gemeinnützige Organisationen geht. Eine aktuelle Umfrage ergab zudem, dass 56 Prozent der Deutschen dem Rundungsvorschlag zustimmen.
Würde die Regel eingeführt, sänke der Bedarf an Ein- und Zwei-Cent-Münzen im täglichen Zahlungsverkehr. Der Schritt entspricht den Gepflogenheiten in anderen EU-Staaten, doch ein vollständiger Verzicht auf Kleingeld müsste europaweit beschlossen werden. Vorerst geht es darum, Kosten zu sparen und Bargeldzahlungen für Verbraucher weiterhin praktikabel zu halten.






