BOB Campus verwandelt alte Textilfabrik in lebendigen Gemeinschaftsraum
Klaus-Günter SölzerBOB Campus verwandelt alte Textilfabrik in lebendigen Gemeinschaftsraum
Der BOB Campus wird für die Umwandlung einer historischen Textilfabrik-Brache in einen lebendigen Gemeinschaftsraum ausgezeichnet. Auf einem anspruchsvollen Gelände mit einem Höhenunterschied von 20 Metern verbindet das Projekt Bildung, Wohnraum und Grünflächen. Sein Erfolg liegt sowohl im Design als auch in der engen Verbindung zur Nachbarschaft.
Der Campus entstand auf den Überresten einer alten Textilfabrik, einst ein verlassener Industriekomplex. Die Entwickler mussten ein steiles Gefälle und verfallene Bausubstanz bewältigen, darunter ein Fabrikgebäude aus den 1970er-Jahren, das später saniert wurde. Herausgekommen sind 25 neu gebaute oder renovierte Gebäude sowie sorgfältig gestaltete Außenbereiche.
Die Kölner Architekten raumwerk.architekten Hübert und Klußmann zeichneten für das Projekt verantwortlich, während das Berliner Büro atelier le balto die Landschaftsplanung übernahm. Gemeinsam schufen sie eine Mischung aus Bildungseinrichtungen, betreutem Wohnen, Arbeitsräumen und öffentlichen Begegnungsstätten. Ein großer Park verbindet diese Elemente heute und macht das Gelände zugänglicher.
Getragen wurde das Vorhaben von der Urbane Nachbarschaft BOB gGmbH, einer Initiative der Montag Stiftung Urbane Räume. Von Anfang an arbeiteten die Planer eng mit Anwohnern zusammen, um sicherzustellen, dass der Campus den lokalen Bedürfnissen entspricht. Diese Zusammenarbeit half, Lücken im Viertel zu schließen und förderte soziale Teilhabe sowie Vielfalt.
Die Preisverleihung für das Projekt findet am 9. Februar 2026 im K21 Kunstmuseum in Düsseldorf statt.
Der BOB Campus gilt heute als Vorbild für städtische Erneuerung, indem er moderne Architektur mit Bürgerbeteiligung verbindet. Die Kombination aus Einrichtungen und Grünflächen hat ein einst vernachlässigtes Areal wiederbelebt. Die Auszeichnung unterstreicht, wie durchdachtes Design und lokale Einbindung schwierige Standorte in lebendige öffentliche Räume verwandeln können.






